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Stichwahl 

"Anarchokapitalist": Milei gewinnt Präsidentschaftswahl in Argentinien

  • Veröffentlicht: 20.11.2023
  • 03:41 Uhr
  • Franziska Hursach
Den neuen Präsidenten in Argentinien, Javier Milei, erwarten inmitten der Wirtschaftskrise riesige Herausforderungen.
Den neuen Präsidenten in Argentinien, Javier Milei, erwarten inmitten der Wirtschaftskrise riesige Herausforderungen. © AP

Argentinien hat einen neuen Präsidenten gewählt. Der rechtspopulistische Javier Milei hat große Pläne für das Land.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Präsidentenwahl in Argentinien trat der libertäre Populist und Oppositionspolitiker Javier Milei als Sieger hervor.

  • Regierungskandidat und Wirtschaftsminister Sergio Massa gestand seine Niederlage ein und gratulierte dem neuen Präsidenten.

  • Der selbsternannte "Anarchokapitalist" Milei plant eine radikale Kehrwende für das Land, das tief in einer Wirtschaftskrise steckt.

Der libertäre Populist und Oppositionspolitiker Javier Milei hat die Präsidentenwahl in Argentinien gewonnen. Mit 55,69 Prozent lag der Kandidat der Partei La Libertad Avanza (Die Freiheit schreitet voran) deutlich vor Wirtschaftsminister Sergio Massa von der linken Unión por la Patria (Union für das Vaterland), der nur 44,30 Prozent erreichte.

Das teilte das Wahlamt nach der Auszählung fast aller Stimmen laut der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der Wirtschaftsminister Sergio Massa hat in der Stichwahl verloren.
Der Wirtschaftsminister Sergio Massa hat in der Stichwahl verloren. © AP

Nach der Stichwahl um die Präsidentschaft stand Massa schon vor Bekanntwerden der ersten Ergebnisse seine Niederlage gegen Milei ein: "Ich habe mich mit Milei in Verbindung gesetzt, um ihm zu gratulieren und ihm Glück zu wünschen, denn er ist der Präsident, den die Mehrheit gewählt hat", sagte Massa in einer Rede in Buenos Aires. Massa hatte bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl noch vor Milei gelegen.

Milei kündigt Kehrtwende an

"Heute beginnt der Wiederaufbau von Argentinien. Das ist ein historischer Abend", sagte Milei nach der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Ich will eine Regierung, die ihre Pflicht erfüllt, die das Privateigentum und den freien Handel respektiert.

Javier Milei

Argentinien steckt in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, den neuen Präsidenten erwarten riesige Herausforderungen. Die Inflationsrate liegt bei über 140 Prozent, rund 40 Prozent der Menschen in dem einst reichen Land leben unterhalb der Armutsgrenze.

Im Video: Präsidentschaftswahlen: Javier Milei will Argentinien zersägen

Präsidentschaftswahlen: Javier Milei will Argentinien zersägen

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Gegen Wirtschaftskrise: US-Dollar als Zahlungsmittel

Der selbst ernannte "Anarchokapitalist" Milei verspricht nun eine radikale Kehrwende für das Land. So plant er unter anderem, den US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel einzuführen, viele Ministerien abzuschaffen und die Sozialausgaben zu kürzen. Regierungskandidat Massa stand hingegen für die bisherige Politik mit massiven Eingriffen des Staates in die Wirtschaft und umfangreichen Sozialprogrammen. Er hat jedoch als Wirtschaftsminister eine dreistellige Inflationsrate und wachsende Armut mitzuverantworten.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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