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Gemeinsames Zahlungsmittel

Vorbild Euro: Argentinien und Brasilien planen gemeinsame Währung

  • Aktualisiert: 23.01.2023
  • 17:12 Uhr
  • Clarissa Yigit
Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva plant mit Argentinien eine gemeinsame Währung. (AP Photo/Eraldo Peres, File)
Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva plant mit Argentinien eine gemeinsame Währung. (AP Photo/Eraldo Peres, File)© AP

Wird demnächst der zweitgrößte Währungsblock der Welt entstehen? Sehr gut möglich, denn Brasilien und Argentinien beabsichtigen ein gemeinsames Zahlungsmittel mit dem Namen "sur" einzuführen. Die Gespräche hierzu laufen bereits.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Brasilien und Argentinien planen eine gemeinsame Währung.

  • Das neue Zahlungsmittel soll die Abhängigkeit vom US-Dollar verringern und den Handel in der Region verstärken.

  • Wann die neue Währung in Kraft treten soll, ist bisher noch nicht bekannt.

Europa machte es vor – Brasilien und Argentinien ziehen nach. Gemeint ist eine gemeinsame Währung. So beabsichtige Brasiliens neuer Regierungschef Luiz Inácio Lula da Silva mit Argentinien eine gemeinsame Währung beider Länder nach Vorbild des Euros einzuführen. Einen Namen hierfür gebe es ebenfalls bereits – "sur" (Süden).

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Entsteht der zweitgrößte Währungsblock der Welt?

In den nächsten Tagen wollen Brasilien und Argentinien den Start von Vorarbeiten für eine gemeinsame Währung verkünden, wie die "Financial Times" berichtet. Somit könnte der zweitgrößte Währungsblock der Welt entstehen, schreibt die Zeitung weiter.

Auf einem Gipfeltreffen in Buenos Aires werden die beiden südamerikanischen Volkswirtschaften die Fragen diskutieren, wie eine neue Währung die Abhängigkeit vom US-Dollar verringern und den Handel in der Region verstärken könne, berichteten Beamte gegenüber der "Financial Times".

Das neue Zahlungsmittel solle zunächst parallel zum brasilianischen Real und zum argentinischen Peso laufen.

Argentiniens Wirtschaftsminister Sergio Massa sagte der "Financial Times": "Es wird eine Entscheidung geben, mit der Untersuchung der für eine gemeinsame Währung erforderlichen Parameter zu beginnen, die alles von Steuerfragen bis zur Größe der Wirtschaft und der Rolle der Zentralbanken umfasst."

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Vorteile einer gemeinsamen Währung

Das Währungsgebiet könnte im Nachhinein um weitere lateinamerikanische Länder erweitert werden, wie die "Financial Times" weiter berichtet. Als erster Schritt würden aber zunächst nur der argentinische Peso und der brasilianische Real in der neuen Währung aufgehen. Am offensichtlichsten sind die Vorteile einer gemeinsamen Währung für Argentinien. Hier nähert sich die jährliche Inflation der 100-Prozent-Marke.

Etwa fünf Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes (BIP) würde die neue Währungsunion, die ganz Lateinamerika umfassen könnte, ausmachen, wie die "Financial Times" prognostiziert.

Im Vergleich: Der Euro – die größte Währungsunion der Welt – umfasst etwa 14 Prozent des globalen BIP, gemessen in Dollar.

Es gibt auch Kritik

Allerdings gebe es auch Bedenken. So ist man in Brasilien besorgt über die Idee, "die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas an die seine stets schwankenden Nachbarn zu koppeln", wie die "Financial Times" beschreibt.

Argentinien schulde dem "Internationalen Währungsfond" (IWF) noch mehr als 40 Milliarden Dollar aus einem Rettungspaket von 2018. Außerdem sei das südamerikanische Land seit seiner Zahlungsunfähigkeit im Jahr 2020 weitgehend von den internationalen Schuldenmärkten abgeschnitten.

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Wann kommt die neue Währung?

Bereits 2019 wurde dieses Vorhaben diskutiert. Allerdings wurden damals noch Vorbehalte seitens der brasilianischen Zentralbank geäußert. Da nun beide Länder von Politikern aus linken Partien regiert werden, sei laut "Financial Times" der politische Rückhalt in beiden Ländern größer.

Der argentinische Wirtschaftsminister Massa wies zudem darauf hin, dass Europa 35 Jahre gebraucht habe, um den Euro zu schaffen. Eine offizielle Ankündigung wird während des Besuchs des brasilianischen Präsidenten Lula in Argentinien erwartet. Es ist seine erste Auslandsreise seit seiner Machtübernahme am 1. Januar.

  • Verwendete Quellen:
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