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Bis zu sechs Monate

Angestellte verraten: So verläuft der Bewerbungsprozess bei Tesla

  • Veröffentlicht: 05.03.2024
  • 11:55 Uhr
  • Clarissa Yigit
Das Bewerbungsverfahren für angehende Tesla-Mitarbeiter:innen ist sehr mühselig.
Das Bewerbungsverfahren für angehende Tesla-Mitarbeiter:innen ist sehr mühselig.© REUTERS/Florence Lo/File Photo

Ein Job bei Tesla ist sehr begehrt. Allerdings wird es Bewerber:innen nicht leicht gemacht, eine Anstellung in dem Unternehmen zu bekommen. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Anwärter:innen auf eine Stelle bei Tesla müssen sich intensiv auf den Bewerbungsprozess vorbereiten.

  • Mehrere Vorstellungsgespräche, eine Präsentation sowie manchmal sogar ein Schreiben an Tesla-CEO Elon Musk gehören zu dem Verfahren.

  • Der gesamte Bewerbungsprozess kann somit bis zu sechs Monaten dauern.

Tesla-Chef und X-Eigentümer Elon Musk ist laut "Statista" mit einem Vermögen von rund 210,5 Milliarden US-Dollar der zweitreichste Mann der Welt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Job in einem erfolgreichen Unternehmen wie Tesla durchaus gefragt ist, obwohl sich der Automobilhersteller schon so manchen Fauxpas geleistet hatte.

Allein im Jahr 2022 seien über 3,6 Millionen Bewerbungen bei dem Unternehmen eingegangen. Allerdings ist es nicht so einfach, einen Arbeitsplatz  zu bekommen.

Bis zu neun Vorstellungsgespräche, eine Präsentation und manchmal auch einem Brief an Elon Musk könne solch ein Bewerbungsverfahren beinhalten, so "Business Insider" (BI). So berichten mehrere Ingenieure, dass sie mehrere Versuche benötigt hätten, um überhaupt eine Stelle in dem Unternehmen zu ergattern. Dabei sei der Bewerbungsprozess recht mühselig.

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Die Bewerbungsprozedur

1. Bewerbung einreichen

Nachdem der Interessent die Bewerbungsunterlagen bei Tesla erfolgreich eingereicht hat, reagiert das Unternehmen in der Regel mit der Vereinbarung zu einem Vorstellungsgespräch.

Um sich das Vorstellungsgespräch zu sichern, hätten die befragten Ingenieur:innen entweder ihren Lebenslauf auf der Tesla-Karriereseite eingetragen, sprachen mit einer:m Tesla-Vertreter:in bei einer Netzwerkveranstaltung oder ließen ihren Lebenslauf von einer Kollegin oder einem Kolegen über das interne Empfehlungssystem des Unternehmens weiterleiten.

2. Das erste Vorstellungsgespräch

Bei dem ersten Vorstellungsgespräch gehe es hauptsächlich darum, die Frage zu beantworten, weshalb die/der Bewerber:in bei Tesla arbeiten möchte und wie die Zusammenarbeit mit anderen funktioniere.

Das Gespräch finde entweder mit einem Personalverantwortlichen oder einem Mitarbeiter:in der Personalabteilung statt, so BI. Von oftmals tausend Bewerbungen erhielten dabei nur etwa 20 Stellenanwärter:innen ein Vorstellungsgespräch. Zum nächsten Schritt schaffte es dann nur etwa die Hälfte.

3. Das zweite Vorstellungsgespräch

Habe die Bewerber:innen das erste Vorstellungsgespräch gemeistert, komme es zu getrennten Gesprächen mit einem Manager und mindestens einer:m Ingenieur:in aus dem zukünftigen Team. Während dieses Gesprächs würden dabei eher technische Kenntnisse abgefragt. Manchmal müsse die/der Bewerber:in einen Test mitnehmen oder einen Live-Test absolvieren.

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4. Präsentation

Sind die Bewerbungsgespräche gut verlaufen, folgen als nächster Schritt eine Präsentation sowie eine Reihe von Kurzgesprächen.

In der Präsentation sind die künftigen Tesla-Mitarbeiter:innen aufgefordert, innerhalb von 15 bis 30 Minuten ein früheres Projekt vorzustellen. Danach folge noch eine Fragerunde zu dem Projekt. Circa vier bis sechs Ingenieur:innen nehmen an der Präsentation teil. Im Anschluss werde jeweils ein 30-minütiges Einzelgespräch mit dem Bewerber geführt. Das Panel kann über Zoom oder auch persönlich - mit einer kurzen Unterbrechung - stattfinden.

"Wir sagen ihnen, dass sie nichts Vertrauliches präsentieren sollen, und das ist das größte Warnsignal, wenn sie so etwas präsentieren. Es ist ein einfaches Nein, wenn wir wissen, dass sie nicht vertrauenswürdig sind", habe ein Ingenieur, der am Rekrutierungsprozess beteiligt gewesen sei, erklärt.

Dieser Bewerbungsschritt könne insgesamt zwischen vier und sechs Stunden dauern.

5. Abstimmung

In einem "blinden Votum" stimmen die Mitarbeiter:innen von Tesla nach dem Gremium ab und geben gleichzeitig eine Bewertung. So würden die Kandidat:innen auf einer Skala von "eins" bis "vier" beurteilt.

Dabei ist eine "eins" ungenügend und der Bewerber wurde abgelehnt. "Drei" oder "vier" hingegen seien ein Zeichen der Zustimmung. Nur etwa die Hälfte der Kandidat:innen, die es in das Panel-Stadium geschafft haben, würde ausgewählt.

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6. Warten

Sind alle Einstellungsschritte erfolgreich gemeistert, müssten die Bewerber:innen zunächst Geduld aufbringen. Je nachdem, um welche Stelle es sich handele, werde nun der/dem Bewerber:in die Stelle angeboten. Bei höheren Positionen könnten zudem die angehenden Mitarbeiter:innen zu Gesprächen mit Mitarbeitenden auf Direktor- oder Vice President-Ebene (VP) eingeladen werden.

Auch sei es schon vorgekommen, dass Bewerber:innen ein Formular ausfüllen müssten, das an einen Mitarbeiter auf VP- oder Direktor-Ebene geschickt werde. In dem Dokument müssten die Bewerber:innen genau erläutern, weil sie gut zu Tesla passen würden. Zudem würden einige Notizen auch an Tesla-CEO Elon Musk persönlich weitergeleitet. So müsse dieser alle Neueinstellungen genehmigen, wie Musk in einer E-Mail an die Mitarbeiter:innen im vergangenen Jahr geschrieben habe.

Diese Art von Bewerbungsverfahren könne alles in allem zwischen einem und sechs Monaten dauern und sei eines der intensivsten, das es in der Branche gebe.

  • Verwendete Quellen:
  • Statista: "Die 25 reichsten Menschen weltweit im Jahr 2024"
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