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Durchfall und Fieber in Brixham

England: Parasiten breiten sich unter Einwohnern in Küstenort aus

  • Aktualisiert: 17.05.2024
  • 12:05 Uhr
  • Joachim Vonderthann
Verunreinigtes Leitungswasser ist vermutlich die Ursache für die vielen Erkrankten in England.
Verunreinigtes Leitungswasser ist vermutlich die Ursache für die vielen Erkrankten in England.© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wochenlanger Durchfall und Fieber: Ein Parasit im Leitungswasser macht vielen Menschen in der Urlaubsregion um die Stadt Brixham schwer zu schaffen. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im englischen Küstenort Brixham ist ein Parasit im Leitungswasser entdeckt worden.

  • Zahlreiche Bewohner:innen sind bereits infiziert und leiden unter typischen Symptomen.

  • Die Behörden raten den Menschen dringend zu Vorsichtsmaßnahmen.

Die Grafschaft Devon gilt als die englische Riviera. Doch in den beschaulichen Urlaubsort Brixham sind jetzt unangenehme Mitbewohner eingefallen. Dutzende Menschen sind an Parasiten erkrankt, wie britische Medien berichten. Die betroffenen Bewohner:innen leiden an Symptomen wie Magenschmerzen, Fieber und Durchfällen, die bis zu drei Wochen andauern können. 

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Leitungswasser muss abgekocht werden

Der regionale Wasserversorger habe in der Trinkwasserversorgung rund um den 20.000 Einwohner zählenden Küstenort im Südwesten Englands "kleine Spuren" eines Parasiten entdeckt, berichtet der "Guardian". Die Bewohner von Brixham und angrenzender Ortschaften wurden aufgefordert, ihr Leitungswasser abzukochen, bevor sie es trinken. Zudem seien Versorgungsstationen eingerichtet worden, an denen Wasserflaschen verteilt würden.

Dem Bericht zufolge wurden bislang 22 Fälle der parasitären Krankheit bestätigt. Laut der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA werden mindestens 70 weitere Fälle untersucht. Der Parasit Cryptosporidium kann die Krankheit Kryptosporidiose verursachen, die besonders bei immungeschwächten Menschen lebensbedrohliche Folgen haben kann.

Die Gesundheitsbehörde gab weiter an, Kinder im Alter zwischen einem und fünf Jahren seien am wahrscheinlichsten betroffen, aber "die meisten gesunden Menschen würden sich vollständig erholen". Sarah Bird, Sprecherin der Behörde, sagte BBC, es sei mit weiteren Fällen zu rechnen. Sie riet Betroffenen: "Jeder, der an einer Durchfallerkrankung leidet, sollte viel Wasser trinken, um einer Dehydrierung vorzubeugen." Bei schweren Symptomen wie blutigen Durchfällen soll umgehend ein Arzt kontaktiert werden.

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:newstime

Bewohner:innen kritisieren Behörden

Die Situation stellt sich für die Anwohner:innen zunehmend frustrierend dar. Eine Brixhamerin erzählte BBC, dass fast jedes Haus betroffen sei, sogar Haustiere seien krank geworden. Ein anderer Bewohner sagte, dass selbst das Filtern von Wasser nicht geholfen habe. Auf Facebook empörten sich Einheimische über die Informationspolitik der Behörden. "Erst sagte man uns, dass es nicht das Trinkwasser ist, dann war es doch in den Wasserleitungen", kritisierte ein Nutzer.

Wie der Parasit in das Leitungswasser gelangte, ist den Berichten zufolge derzeit noch unklar. Ebenso unklar ist auch, wann Entwarnung gegeben werden kann.

  • Verwendete Quellen:
  • BBC: "Sixteen people confirmed with waterborne disease"
  • Guardian: "Devon residents told to boil tap water over risk of parasitic disease"
  • T-Online: "Parasit befällt Dutzende Bewohner in englischem Urlaubsort"
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