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Länderspiel in Berlin

"Defizite in der Integrationspolitik": Empörung über türkische Buh-Rufe gegen DFB-Elf

  • Veröffentlicht: 20.11.2023
  • 08:54 Uhr
  • Joachim Vonderthann

Der deutsche Kapitän Ilkay Gündogan wurde beim Spiel gegen die Türkei gnadenlos ausgepfiffen. Und auch sonst lief einiges schief im Berliner Olympiastadion. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Heimspiel in Berlin wird die deutsche Fußball-Nationalmannschaft von türkischen Gäste-Fans gnadenlos ausgepfiffen.

  • Für FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai zeigen sich darin "Versäumnisse in der Integrationspolitik"

  • Rund um das Länderspiel gab es 92 Festnahmen, u.a. zeigten türkische Fans den Gruß der rechtsextremen "Grauen Wölfe". 

"Es muss uns alle schmerzen, wenn in Deutschland geborene oder aufgewachsene Menschen bei einem Länderspiel in Deutschland die deutsche Nationalmannschaft auspfeifen." Angesichts der gnadenlosen Pfiffe und Buh-Rufe zahlreicher türkischer Fans beim Länderspiel gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Berlin hat FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai mit Empörung reagiert. Und er sieht ein größeres Problem dahinter. "Hier zeigen sich erneut die Versäumnisse und Defizite in der Integrationspolitik", sagte Djir-Sarai der "Bild"-Zeitung vom Montag (20. November). 

Buh-Rufe türkischer Fans empören Politik

Zehntausende türkische Fans hatten für die Mannschaft der Türkei rund um ihren 3:2-Sieg im Berliner Olympiastadion eine Atmosphäre wie bei einem Heimspiel in Istanbul erzeugt. Scharfe Kritik daran kam auch aus der CDU. Der CDU-Innenexperte im nordrhein-westfälischen Landtag, Gregor Golland, sagte der "Bild": "Warum leben diese Menschen in Deutschland, wenn ihre Liebe weiterhin der Türkei und deren Präsident gilt?" Sie seien freiwillig hier und dennoch nicht bereit, sich zu integrieren. Golland forderte Konsequenzen: "Wir müssen die sozialen Migrationsanreize endlich massiv kürzen und stattdessen mehr Bekenntnis zu unserem Land, seiner Leitkultur und seinen Werten einfordern!"

Mit Blick auf das türkische Pfeifkonzert speziell gegen den DFB-Kapitän Ilkay Gündogan sagte der Chef der Jungen Union in NRW, Kevin Gniosdorz : "Jeder Fußballfan soll selbstverständlich die Mannschaft anfeuern, die er mag." Aber wenn "Spieler mit Migrationshintergrund ausgepfiffen werden, weil sie für Deutschland spielen", sei eine Linie überschritten, so der CDU-Politiker.

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"Warum leben diese Menschen in Deutschland?"

Mitgefühl für den früheren Dortmunder Profi Gündogan zeigte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Das finde ich absolut nicht in Ordnung und dafür fehlt mir jegliches Verständnis, weil es einfach intolerant ist", sagte der 64-Jährige der "Bild".

Nach Angaben der Polizei gab es rund um das Länderspiel 92 Festnahmen, 71 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. Zwei Polizisten seien beim Einsatz rund um die Partie verletzt worden. Die Sicherheitskräfte verzeichneten sowohl beim Fanmarsch türkischer Anhänger sowie im Stadion vereinzelt den verbotenen Einsatz von Pyrotechnik. Ein Polizist sei bei einer Konfrontation mit der Faust geschlagen worden. Zudem zeigten mehrere türkische Anhänger den Gruß der rechtsextremistischen Bewegung "Graue Wölfe". Im Stadion kam es zu vereinzelten körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Fans.

Festnahmen und rechtsextremer Gruß

Die Pfiffe der türkischen Fans hätten die deutsche Mannschaft "gewurmt", sagte Nationalspieler Thomas Müller. Da denke "man sich schon, denen wollen wir zeigen, dass wir trotzdem gewinnen, oder die Genugtuung nicht geben, dass am Ende die Türkei in Berlin gewinnt", sagte Müller. Die DFB-Auswahl habe den Gäste-Fans zeigen wollen, "dass sie für die falsche Flagge singen und pfeifen", fügte der Profi des FC Bayern München hinzu. Nach dem frühen Führungstor von Kai Havertz riefen die zumeist deutlich leiseren deutschen Fans ironisch "Auswärtssieg, Auswärtssieg".

Am Ende musste sich das deutsche Team beim Heimdebüt von Bundestrainer Julian Nagelsmann aber geschlagen geben. Der Sieg ihrer Mannschaft wurde von den türkischen Anhängern euphorisch bejubelt. "Wir wollten eigentlich zeigen: "Hey, so nicht!" Aber klar, der Sport und das Leben laufen nicht immer so, wie man sich das wünscht", sagte Müller, der nicht zum Einsatz gekommen war.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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