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GDL streikt ab Mittwochabend

Weselsky wütet nach Verhandlungsabsage der Deutschen Bahn: "Gezielte Eskalation"

  • Veröffentlicht: 15.11.2023
  • 14:58 Uhr
  • Lena Glöckner

Nachdem die Gewerkschaft GDL zu einem 20-stündigen Warnstreik aufgerufen hat, ist der zweite Verhandlungstermin im Tarifkonflikt geplatzt. Für Weselsky "Arbeitsverweigerung" von Seiten des DB-Managements, wie er gegenüber :newstime sagte.

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Nach der Warnstreikankündigung der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn hat der Konzern die zweite Tarifverhandlungsrunde in dieser Woche abgesagt. "Entweder man streikt, oder man verhandelt. Beides gleichzeitig geht nicht", sagte Personalvorstand Martin Seiler am Mittwoch (15. November). Die für diesen Donnerstag (16. November) und Freitag (17. November) geplanten Gespräche fänden deshalb nicht statt.

Für GDL-Chef Claus Weselsky kommt der geplatzte Verhandlungstermin einer Arbeitsverweigerung gleich, wie er im exklusiven Gespräch mit :newstime kurz vor Bekanntgabe der Gesprächsabsage erklärte. "Dann nenne ich das Arbeitsverweigerung und gezielte Eskalation des Konflikts auf dem Rücken der Mitarbeiter, der Reisenden und Transportkunden", so Weselsky.

Und weiter: "Wenn Herr Seiler mit einem Salär von 1,4 Millionen durchs Leben geht, hat er die Arbeit eines Verhandlungsführers zu erledigen." Er könne sich nicht wie "eine Mimose zurückziehen". Nicht Seiler bestimme den Takt, "das machen seine Beschäftigten", so der Gewerkschaftsfunktionär. Martin Seiler ist der Personalvorstand der Deutschen Bahn.

Weselsky wirft DB-Management Verachtung der Mitarbeitenden vor

Die Kritik, dass die Ankündigung der Arbeitsniederlegung zu kurzfristig gekommen sei, will Weselsky im Gespräch nicht gelten lassen. Die Ankündigung erfolgte am Dienstag (14. November), 18 Uhr, der Arbeitskampf startet am Mittwoch um 22 Uhr, so der GDL-Chef. Am Mittwoch sei die Beeinträchtigung der Fahrgäste eher gering, am Donnerstag gegeben. "Und da ist die Ankündigung des Arbeitskampfes nicht kurzfristig, sie war rechtzeitig und es war auch absehbar, dass es Arbeitskämpfe gibt", erklärte er.

Laut Weselsky lege es die Deutsche Bahn "geradezu darauf an, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Wut zum Ausdruck bringen und die rote Karte zeigen". Man würde Arbeitskämpfe stets verantwortungsvoll abwägen, aber wenn die Arbeitgeberseite sich nicht bewegt, "wenn wir es hier mit Arbeitsverweigerung vom Management der DB zu tun haben, dann ist das ein klarer Ausdruck, dass sie ihre Mitarbeiter nicht nur nicht wertschätzen, sondern schlussendlich verachten". Weselskys Vorwurf: "Sie selbst haben sich die Taschen gefüllt und die Mitarbeiter, die die Wertschöpfung bringen, sollen leer ausgehen."

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Darum geht es

Die GDL fordert unter anderem 555 Euro mehr im Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie. Als Knackpunkt gilt die Forderung nach einer Absenkung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Wochenstunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohn. Die Bahn hatte in der ersten Runde ein eigenes Angebot vorgelegt, das unter anderem eine Entgelterhöhung von elf Prozent bei einer Laufzeit von 32 Monaten vorsieht. Zur Arbeitszeit findet sich in der Offerte nichts.

  • Verwendete Quellen:
  • Eigenes Gespräch
  • Nachrichtenagentur dpa
:newstime
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