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Reaktion auf Taurus-Abhörskandal

Russland droht Deutschland mit der Zerstörung großer Brücken

  • Aktualisiert: 06.06.2024
  • 16:21 Uhr
  • Michael Reimers
Russland drohte unter anderem mit der Zerstörung der 963 Meter langen Fehmarnsundbrücke über der Ostsee in Schleswig-Holstein.
Russland drohte unter anderem mit der Zerstörung der 963 Meter langen Fehmarnsundbrücke über der Ostsee in Schleswig-Holstein.© Christian Charisius/dpa

Alles nur Propaganda oder ernstzunehmende Drohgebärde aus Moskau? Das russische Staatsfernsehen zeigte im Zusammenhang mit dem Taurus-Abhörskandal Fadenkreuze über vier wichtigen deutschen Brücken.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im russischen Staatsfernsehen "Rossija 1" wurde über einen Angriff auf Brücken in Deutschland spekuliert.

  • Vier Brücken wurden konkret im Zusammenhang mit einem Bericht über den Taurus-Abhörskandal eingeblendet.

  • Als Vergeltung Russlands für die angesprochene mögliche Zerstörung der Kertsch-Brücke zur Krim wurden als Ziele Brücken in Köln, Magdeburg, Stralsund sowie die Fehmarnsundbrücke genannt.

Für den Fall, dass die von Russland besetzte Kertsch-Brücke zwischen der Krim und dem russischen Festland von der NATO zerstört werden sollte, spekuliert Moskau bereits über mögliche Vergeltungsziele in Deutschland. Wie mehrere Medien, unter anderem "Bild" am Mittwoch (6. März) berichteten, wurden im russischen Staatsfernsehen Fadenkreuze über vier deutschen Brücken gezeigt.

Dabei soll es sich um die Hohenzollernbrücke in Köln, die Fehmarnsundbrücke über der Ostsee, die Rügenbrücke in Stralsund und die Trogbrücke in Magdeburg handeln.

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Trogbrücke in Magdeburg: Für Moskau die "Kirsche auf dem Sahnehäubchen"

Dmitri Kisseljow, Generaldirektor der staatlichen Nachrichtenagentur Rossija Sewodnja, nannte diese vier Brücken den Meldungen zufolge in der Sendung "Westi Nedeli" als mögliche Ziele für einen russischen Gegenschlag. In Deutschland, einem "eher schmalen Land", gebe es zwar keine so langen Brücken wie die sich über 19 Kilometer erstreckende Krim-Brücke, doch "auch etwas, was man sich durch eine Zieleinrichtung anschauen" könne, so der Kreml-Propagandist.

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Während im Hintergrund Computeranimationen der Brücken eingeblendet wurden, soll Kisseljow erklärt haben, er achte nicht auf die Länge, sondern auch auf den Verkehr und die Signifikanz der Brücken. Die Magdeburger Trogbrücke sei dabei "die Kirsche auf dem Sahnehäubchen", so Kisseljow im russischen Staatsfernsehen "Rossija 1". Zu Bildern der Fehmarnsundbrücke erklärte der Putin-Vertraute: "Sie kann ein Vergeltungsziel für unsere Zirkon-Hyperschall-Rakete sein." 

Säbelrasseln von Putins Vertrautem

Die Andeutungen Kisseljows werden vom Westen als Reaktion auf den Taurus-Skandal interpretiert, bei dem Russland am Freitag geheime Gespräche deutscher Bundeswehroffiziere abgehört und veröffentlicht hatte. Darin hatten die Militärs über einen möglichen Angriff der NATO mit Taurus-Marschflugkörpern gesprochen und die Krim-Brücke erwähnt. Bislang lehnt die deutsche Regierung es ab, der Ukraine die erbetenen Taurus-Marschflugkörper mit hoher Reichweite zu schicken. Hintergrund ist die Sorge, dass Deutschland in den Krieg hineingezogen werden könnte.

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  • Verwendete Quellen:
  • Bild: "Russen-TV droht mit Brückensprengung in Deutschland"
  • DerWesten: "Will Putin als Gegenschlag die Kölner Rhein-Brücke zerstören?"
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