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Einzelhandel

Neue Hoffnung für die Filialen von Galeria

  • Aktualisiert: 18.01.2023
  • 18:10 Uhr
  • Clarissa Yigit
Von den 131 Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof können womöglich mehr gerettet werden als zuvor angenommen. 
Von den 131 Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof können womöglich mehr gerettet werden als zuvor angenommen. © Heiko Rebsch/dpa

Seit gut drei Jahren müssen die Beschäftigten der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof um ihre Jobs bangen. Nun erscheint – wenn auch nicht für alle Betroffenen – ein kleiner Lichtblick am Horizont durch "mehrere Bieter", die Interesse an den Übernahmen von Filialen äußerten.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die angeschlagene Warenhauskette Galerie Karstadt Kaufhof hat bereits zwei Schutzschirmverfahren durchlaufen.

  • Nun stehen erste Eckpunkte in den Verhandlungen zu einem Interessenausgleich und Sozialplan fest.

  • Mehrere Bieter zeigen Interesse an einer Übernahme von Filialen – allen voran das Dortmunder Modehaus "Aachener".

Gibt es nun endlich Hoffnung für die Beschäftigten der Warenhauskette Galerie Karstadt Kaufhof? Zumindest sieht es danach aus, denn das Galeria-Management und der Gesamtbetriebsrat einigten sich nach Angaben der Warenhauskette mittlerweile auf erste Eckpunkte in den Verhandlungen zu einem Interessenausgleich und Sozialplan.

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Auch steigen die Chancen, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben, wie die "Tagesschau" berichtet. Denn, wie das Unternehmen mitteilte, hätten bereits "mehrere Bieter" Interesse an den Übernahmen von Filialen geäußert. Somit könnten weitere Schließungen von Filialen geringer ausfallen als erwartet. 

Die Warenhauskette hatte Ende Oktober Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Im Herbst waren zudem Verhandlungen mit dem Bund gescheitert, in denen es um einen weiteren Kredit aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung ging.

Zweites Schutzschirmverfahren innerhalb drei Jahren

Im April 2020 hatte der Konzern die erste Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. In diesem Verfahren wurden dem Unternehmen Schulden in Höhe von zwei Milliarden Euro erlassen. Nachdem Ende September Galeria – nach Zustimmung der Gläubiger zum Sanierungsplan – den Schutzschirm wieder verlassen hatte, wurden 41 Filialen geschlossen und etwa 4.000 Stellen gestrichen.

Rettung in einem zweiten Schutzschirmverfahren für seine 131 Warenhäuser suchte Galeria Karstadt Kaufhof dann Ende Oktober 2022. Das Unternehmen selbst betonte, dass die Zahl der Filialen, denen voraussichtlich eine Schließung bevorstand, zuletzt deutlich reduziert werden konnte – ohne allerdings weitere Details zu nennen.

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Werden nun mehr Filialen gerettet?

Am Dienstag (17. Januar) teilte Galeria Karstadt Kaufhof mit: "Aufgrund der laufenden Gespräche mit Vermietern und möglichen Erwerbspersonen steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest, welche Filialen weiterbetrieben oder geschlossen werden." Auch machte das Unternehmen bisher noch keine Angaben zu den Interessenten. Allerdings ließe sich hieraus schließen, dass die Zahl künftiger Standorte des Warenhauses Galeria Karstadt Kaufhof doch größer ausfallen könnte, als Insolvenzverwalter und Management in den vergangenen Monaten in Aussicht gestellt hatten. Zumindest stehe fest, dass die Filialen "in der jetzigen Struktur und Anzahl nicht aufrechterhalten werden können."

Zuletzt hatte der Gesamtbetriebsrat davor gewarnt, dass bis zu 90 der 131 Filialen von der Schließung bedroht seien. Rund 17.000 Menschen arbeiten zur Zeit bei der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, wie die "Tagesschau" berichtet.

Ist die Modehauskette Aachener die Rettung?

Zur Zeit führt die Dortmunder Modehauskette "Aachener" nach eigenen Angaben mit der Warenhauskette Gespräche über die Übernahme "einer größeren Zahl von Galeria-Standorten". Hierbei kündigte "Aachener" an: "Sollte es zu Übernahmen kommen, wird allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der betroffenen Filialen das Angebot gemacht, den Arbeitsplatz zu behalten." Welche Standorte für eine Übernahme in Frage kommen würden, gab Aachener noch nicht bekannt.

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Wer steckt hinter "Aachener"?

Die Modehauskette "Aachener" besteht erst seit Anfang 2022. Wie auf der Webseite des Unternehmens ersichtlich ist, betreibt es bundesweit sieben Standorte. Darunter sind auch ehemalige Galeria-Filialen. Durch Übernahmen bestehender Textilhändler und-häuser beabsichtige die Kette zukünftig zu wachsen. So könnte das Warensortiment mit der Übernahme von Galeria-Standorten um weitere Sortimentsbestandteile erweitert werden. Bisher werden lediglich Textilien, Accessoires und Schuhe "im gehobenen Preissegment" angeboten, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Gegründet wurde die Kette von Friedrich Göbel Anfang 2022 als TEH Textilhandel GmbH in Dortmund. Unter dem Namen "Aachener" betreibt das Unternehmen Modegeschäfte.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Aachener: "Unsere Filialen"
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