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Umstrittene Äußerung

Klimagipfel-Präsident Al-Dschaber hält fossilen Ausstieg für unnötig

  • Veröffentlicht: 03.12.2023
  • 15:00 Uhr
  • Max Strumberger

Sultan Al-Dschaber, der Präsident der Klimakonferenz COP28 in Dubai, war bereits zum Zeitpunkt seiner Ernennung umstritten, schließlich ist er gleichzeitig Chef des staatlichen Ölkonzerns. Neu aufgetauchte Äußerungen des Klimagipfel-Präsidenten bringen Al-Dschaber jetzt in Erklärungsnot.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ausgerechnet der Präsident des Klimagipfels hält einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen für unnötig.

  • Es gebe es "keine Wissenschaft", die eine derartige Notwendigkeit belege.

  • Kritiker an der Ernennung des Öl-Konzernchefs dürften sich angesichts derartiger Äußerungen bestätigt fühlen. 

Der Präsident der Weltklimakonferenz in Dubai, Sultan Al-Dschaber, hat einem Bericht zufolge den wissenschaftlichen Konsens angezweifelt, dass ein Ausstieg aus den fossilen Energien zum Erreichen des internationalen 1,5-Grad-Ziels notwendig ist. Der "Guardian" und das "Centre for Climate Reporting" berichteten am Sonntag unter Berufung auf eigene Informationen, Al-Dschaber habe im November in einer Videoschalte unter anderem mit UN-Vertretern gesagt, es gebe "keine Wissenschaft", die belege, dass der Ausstieg aus fossilen Energieträgern notwendig sei, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Al-Dschaber ist als Gastgeber der Klimakonferenz umstritten, weil er gleichzeitig Chef des staatlichen Ölkonzerns, der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), ist. In der Videokonferenz soll er dem Bericht zufolge behauptet haben, Entwicklung ohne die Nutzung fossiler Energien sei nicht möglich, "wenn man die Welt nicht in die Steinzeit katapultieren will".

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte hingegen erst zu Beginn der Klimakonferenz COP28 betont: "Die Wissenschaft ist eindeutig. Das 1,5-Grad-Ziel ist nur möglich, wenn wir endgültig damit aufhören, fossile Brennstoffe zu verbrennen."

Auf Anfrage des "Guardian" stritt die COP28-Präsidentschaft die Äußerungen nicht ab, teilte aber weiter mit, Al-Dschaber habe sich darauf bezogen, dass auch der Weltklimarat in seinen Szenarien davon ausgehe, dass fossile Energien im Energiesystem der Zukunft weiter eine Rolle spielten - wenn auch eine kleinere.

Millionen von Menschen wegen Klimawandel in aktuer Gefahr

Die führende Klimaforscherin Friederike Otto vom Imperial College London sagte dem "Guardian": "Wenn der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen auf der COP28 nicht gelingt, werden mehrere weitere Millionen Menschen in die Schusslinie des Klimawandels geraten." Dies wäre "ein schlimmes Vermächtnis" für die Konferenz in Dubai.

Der weltweite Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas ist eines der strittigsten Themen in Dubai. Die Emirate und mehrere andere Länder wollen weiter auf fossile Energien setzen und Technologien wie CO2-Speicherung oder -Abscheidung nutzen. Diese werden von Experten jedoch als wissenschaftlich umstritten, sehr teuer und nicht zeitnah im größeren Maßstab einsetzbar bewertet.

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  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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