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Nach Hamburger Demo

Islamismus in Deutschland: Vor diesen Gefahren warnen jetzt Experten

  • Veröffentlicht: 30.04.2024
  • 17:12 Uhr
  • Michael Reimers

Die Islamisten-Demo in Hamburg bringt eine hitzige Diskussion ins Rollen: Was kann man gegen Islamismus in Deutschland tun? Im :newstime-Interview geben Experten einen detaillierten Einblick in die Szene.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Islamismus ist seit der umstrittenen Demo in Hamburg wieder auf der Agenda der Politik. Die Parteien fordern ein stärkeres Vorgehen gegen Extremist:innen.

  • Welche Ziele verfolgt aber die Bewegung in Deutschland? Wie gehen sie dabei vor und wie rekrutieren sie Anhänger:innen? Im Exklusiv-Interview mit :newstime beantworten Experten diese Fragen.

  • Dabei geben sie einen Einblick in die Strategie der Bewegung.

Am Samstag (27. April) haben Hunderte an einer Islamisten-Demonstration in Hamburg teilgenommen. Was folgt, ist eine hitzige Diskussion: Welche Gefahren gehen von der Szene aus und was kann dagegen getan werden? Unter anderem aus der Politik kommen seit Tagen immer wieder eindringliche Warnungen und der Appell an Behörden, stärker gegen Islamist:innen vorzugehen.

Welche Ziele verfolgt aber die Bewegung in Deutschland? Wie gehen sie dabei vor und wie rekrutieren sie Anhänger:innen? Im Exklusiv-Interview mit :newstime gaben Experten am Dienstag (29. April) Antworten auf diese und weitere brennende Fragen.

Das ist, glaube ich, das Grundproblem, dass wir bisher nicht verstanden haben, dass diese Personen nicht integrierbar sind.

Jan Ilhan Kizilhan, Islamismus-Experte

Laut dem Islamismus-Experten Jan Ilhan Kizilhan stehen Unruhen an erster Stelle der Islamismus-Propaganda. Eine kleine Elite innerhalb der extremistischen Bewegung versuche, junge Menschen ähnlich wie in Hamburg für ihre eigenen Ziele zu rekrutieren. "Ziel ist es, das System Demokratie durcheinander zu bringen", unterstreicht er. Ein weiteres Ziel dieser Islamismus-Elite sei es, eine möglichst große Gruppe von Muslim:innen anzusprechen. Auch Gewalt sei ein Teil ihrer Propaganda.

Auf die Frage nach der Gefahr, die vom Islamismus ausgehe, antwortete Kizilhan mit einem Verweis auf die Intoleranz der Bewegung. "Sie haben keine Toleranz und keinen Respekt vor Andersgläubigen", so der Experte. "Jeder, der nicht diesem Glauben und seinem Weg folgt, ist damit ein Ungläubiger", erklärt er. Damit sehe sich die Bewegung dazu berechtigt, "sie zu verletzen, zu töten" oder unter Zwang zu konvertieren. "Das ist sozusagen die extremste Version", betont Kizilhan.

Im Video: "Sind nicht integrierbar" - Experte warnt vor diesem Islamismus-Problem

Dem Islamismus-Forscher zufolge sind Demokratie und Freiheit nicht die Lebensperspektive von Islamist:innen. "Das ist, glaube ich, das Grundproblem, dass wir bisher nicht verstanden haben, dass diese Personen nicht integrierbar sind", teilte er im :newstime-Interview mit.

Experte klärt auf: So wird der Gaza-Krieg instrumentalisiert

Mit Blick auf die Ziele und Strategie der Islamist:innen in Deutschland verwies der Islamforscher Mouhanad Khorchide auf die Bedeutung einer neuen Entwicklung: den Gaza-Krieg. Seit Beginn dieses Kriegs steige die Zahl von Islamist:innen in Deutschland, sagte er im :newstime-Interview. Gerade seit dem 7. Oktober spiele die Bewegung mit den Emotionen junger Menschen. "Für sie ist das nur ein Mittel zum Zweck - da geht es nicht wirklich um den Gazastreifen oder den Nahost-Konflikt, sondern es geht darum, möglichst viele Jugendliche zu erreichen", unterstreicht er.

Der Islamismus bediene sich dabei einer neuen Strategie. Dogmatik oder religiöse Sprache seien nicht mehr relevant, stattdessen gewannen emotionale Sprache und die Rhetorik über eine angebliche Opferrolle an Bedeutung. "Sie versuchen, junge Menschen auf emotionaler Ebene zu erreichen", fügt Khorchide hinzu.

Im Video: Experte verrät: Diese Gefahren gehen von Islamisten aus

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