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VERSTECKTE GEFAHR

So können Sie Asbest erkennen und vorsichtig entfernen

  • Veröffentlicht: 03.01.2024
  • 11:07 Uhr

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Was ist Asbest genau?

  • Starke Verbreitung: Hier kommt Asbest besonders häufig vor

  • Wie kann man Asbest in Haus und Wohnung richtig erkennen?

  • So lässt sich Asbest richtig entfernen und entsorgen

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Asbest wurde in der Vergangenheit in vielen Baumaterialien, zum Beispiel in Dachplatten, bei der Isolierung und in Bodenbelägen verwendet. Mittlerweile wurde aber erkannt, welches gesundheitliche Risiko für die Bewohner oder Nutzer eines Hauses entsteht, wenn die Materialien altern und Fasern freisetzen, die über die Atemwege dann in den menschlichen Körper gelangen. Um gerade in älteren Gebäuden einer Asbestbelastung zu entgehen, sollten Sie den Baustoff gut erkennen und fachgerecht entfernen können.

Was ist Asbest genau?

Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das aufgrund seiner besonderen physikalischen Eigenschaften in der Vergangenheit gerade in der Bauindustrie sehr weit verbreitet war. Es besteht aus mikroskopisch kleinen, faserigen Kristallen, die für die weitere Verarbeitung in kleinen Bündeln oder Matten zusammengehalten werden. Asbest zeichnet sich durch seine Beständigkeit gegen Hitze und Feuer, Chemikalien und Elektrizität aus und ist daher heute noch in zahlreichen alten Häusern verbaut.

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Warum ist Asbest so schädlich?

Bei der Verarbeitung von Asbest oder bei der Beschädigung von asbesthaltigen Materialien wie Asbestzement, können gefährliche Asbestfasern freigesetzt werden. Der entstehende Staub wird von den Menschen in der Nähe leicht eingeatmet oder verschluckt und ist für den menschlichen Körper äußerst schädlich. Die speziellen Gesundheitsgefahren von Asbest resultieren aus seiner besonderen Faserstruktur und der chemischen Zusammensetzung. Die mikroskopischen Fasern werden leicht in die Luft freigesetzt. Sie sind extrem dünn und langlebig, können über die Atmung in die Lunge eindringen und dort über viele Jahre verbleiben.

Typische Symptome einer Asbestbelastung treten meistens erst nach Jahren auf:

  • Atemnot
  • Reizhusten
  • Allergische Reaktionen

Wer sich also regelmäßig in einem Asbest-belasteten Gebäude aufhält oder anderweitig mit dem Material in Kontakt ist, setzt sich einem erheblichen Krebsrisiko aus. Besonders gefährdet sind die Personen für einen Lungenkrebs, das Mesotheliom (eine seltene Krebsart, die die Membranen um die Lunge und andere Organe betrifft) und auch einer Asbestose (eine chronische Lungenkrankheit, die Narbenbildung in der Lunge verursacht).

Asbest gehört heute zu den verbotenen Baustoffen

In den 1970er Jahren wurde langsam ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Gefahren entwickelt, die von Asbest ausgehen. Daher entstanden in diesem Zeitraum die ersten Vorschriften für den sicheren Umgang mit diesem Material. Es dauerte jedoch bis Anfang der 1990er Jahre, bis für die Verarbeitung von Asbest in vielen Ländern ein Verbot ausgesprochen wurde. In der gesamten Europäischen Union wurde Asbest erst im Jahr 2005 aus dem Bauwesen verbannt.

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Die verschiedenen Asbest-Arten im Ăśberblick

Es gibt zwei Hauptarten von Asbest, die in der Bau- und Baustoffindustrie besonders häufig verwendet wurden:

  1. Asbestzement
    Asbestzement ist eine Mischung aus Zement und Asbestfasern. Es handelt sich dabei in der Regel um Chrysotil-Asbest, auch WeiĂźasbest genannt, der vielfach in Dachplatten, Fassadenverkleidungen, Rohrleitungen, Bodenbelägen und Deckenplatten verwendet wurde. Besonders gefährlich ist diese Asbest-Art deswegen, weil schon kleinste ErschĂĽtterungen ausreichen, um die Fasern freizusetzen.  
  2. Spritzasbest
    Spritzasbest wurde als Isolations- und Brandschutzmittel in Form von feinen Asbestfasern in den Innenbereichen von Gebäuden aufgetragen. Man konnte damit Stahlträger, Rohrleitungen und andere Oberflächen isolieren und vor den Gefahren durch Feuer schützen.

Starke Verbreitung: Hier kommt Asbest besonders häufig vor

In älteren Gebäuden gibt es leider immer noch sehr viele asbesthaltige Bauteile, die weiterhin eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Zum Beispiel wurde Asbest häufig in Dacheindeckungen in Form von Asbestplatten bzw. Asbestzementplatten eingesetzt. Auch Bodenbeläge, Rohrleitungen und Wandverkleidungen können Asbest enthalten.

Besonders typisch ist die Verarbeitung von Zement in diesen Bauteilen:

  • Kunstschieferplatten
  • Wellfaserzementplatten (Eternit)
  • Abwasserrohren
  • LĂĽftungsrohren
  • Isolierungen
  • Wandverkleidungen
  • Schornsteinen und Kaminen
  • Feuerschutzmaterialien wie Brandschutzplatten

Bis zum Ende der 1970er Jahre waren sogar Nachtspeicherheizungen häufig mit Asbestkomponenten ausgestattet, darunter Dämmplatten, Kernträgerplatten, Isolatoren und Flanschdichtungen.

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Wie kann man Asbest in Haus und Wohnung richtig erkennen?

Für Laien ist es schwer, einzelne Baustoffe voneinander zu unterscheiden – erst recht, wenn sie in Wänden, im Boden oder im Dach verbaut sind. Es gibt aber verschiedene Anhaltspunkte, die Ihnen Hinweise auf das Vorhandensein von Asbest liefern.

🔎Alter des Gebäudes
Einen ersten Hinweis liefert der Zeitraum, in dem ein Gebäude errichtet wurde. In der Regel wurde Asbest zwischen 1960 und 1990 verbaut. Ein Verbot des Baustoffes wurde 1993 ausgesprochen – bei jüngeren Gebäuden ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich hier noch der gesundheitsschädigende Baustoff befindet, entsprechend gering.

🔎Faserige Struktur  
Asbest hat eine sehr faserige Struktur mit einer grauen bis grünlich-grauen Färbung. Manchmal zeigt sich diese Struktur durch kleine Löcher in der Wand oder in der Dachverkleidung.

Asbest ist an seiner faserigen Struktur und grĂĽnlich-grauen Farbe zu erkennen.
Asbest ist an seiner faserigen Struktur und grĂĽnlich-grauen Farbe zu erkennen.© Tunatura - stock.adobe.com

Bei Asbest-Verdacht immer ein Fachunternehmen fragen

Wenn Sie den Verdacht haben, dass in ihrem Haus Asbest verbaut wurde, dann sollten Sie am besten eine Fachfirma damit beauftragen, das Vorkommen von Asbest nachzuweisen. Die Firma wird einen Asbesttest durchfĂĽhren, fĂĽr den es verschiedene PrĂĽfverfahren gibt.

Beim Raumlufttest wird mit einem Röhrchen eine Staubprobe aus dem Raum entnommen, die im Fachlabor auf das Vorhandensein von Asbest untersucht wird. Dabei wird entweder die Rasterelektronenmikroskopie und/oder die energiedispersive Röntgenmikroanalyse eingesetzt, um die winzig kleinen Asbestfasern zu identifizieren. Alternativ kann auch eine Materialprobe durchgeführt werden. Dazu wird eine Probe des verdächtigen Baustoffes entnommen und ebenfalls an ein Labor gesendet.

Hinweis: Die Probenentnahme können Sie auch selbst durchführen

  • Wenn Sie nicht gleich ein Fachunternehmen beauftragen wollen, dann können Sie auch selbst die Proben entnehmen und an ein spezialisiertes Labor senden. Achten Sie darauf, insbesondere bei der Materialentnahme Schutzkleidung zu tragen.

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So lässt sich Asbest richtig entfernen und entsorgen

Wenn Sie festgestellt haben, dass in Ihren Räumen Asbest vorkommt, dann wird es Zeit für eine Sanierung. Der Umgang mit asbesthaltigen Materialien unterliegt allerdings strengen gesetzlichen Regelungen und Laien dürfen nicht einfach selbst Asbest entfernen und entsorgen. In aller Regel müssen Sie damit einen Fachbetrieb beauftragen.

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Asbest selbst entfernen: Was ist erlaubt?

Bei Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten greifen HauseigentĂĽmer gerne mal selbst zum Hammer. Allerdings mĂĽssen Sie sich bei der Entfernung von Asbest und asbesthaltigen Baustoffen vorab genau mit der Gesetzgebung auseinandersetzen. Fest gebundene Asbestprodukte wie beispielsweise Dachplatten auf einer Gartenlaube oder AuĂźenwandverkleidungen dĂĽrfen generell auch Laien entfernen. Allerdings ist es dann besonders wichtig, SchutzanzĂĽge und hochwertige Atemmasken zu tragen, um keine Asbestfasern einzuatmen oder zu verschleppen. An sogenannte schwach gebundene Asbestprodukte wie Asbestzement dĂĽrfen generell keine Laien Hand anlegen.

Achtung: Unsachgemäße Arbeiten mit Asbest sind streng verboten

  • Ein VerstoĂź gegen das Verbot von unsachgemäßen Asbestarbeiten ist eine Straftat, die theoretisch sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro geahndet wird.

Wie wird Asbest richtig entsorgt?

Sämtliche asbesthaltige Materialien dürfen ausschließlich als Sondermüll auf dafür zugelassenen Deponien entsorgt werden. Vor Ort müssen sie in verschließbaren Behältern sicher gesammelt und von außen als Gefahrenstoff gekennzeichnet werden. Zerkleinert dürfen die Stoffe in der Regel nicht werden.

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