So sieht's aus.

Fernbus – Extrem günstig reisen!

Von München nach Mailand für 25 Euro oder von Berlin nach Stettin für 5 Euro – die Angebote der Billigbusunternehmen hören sich verlockend an!

Sind die Fernbusanbieter aber wirklich so viel günstiger als die Bahn und wo ist der Haken? Wir haben uns die „günstige Art zu Reisen“ etwas genauer angeschaut und zeigen die Unterschiede zur Bahn!

Bus-Reisen
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Mit dem Bus auf Reisen zu gehen ist für eine ganze Weile sehr aus der Mode gekommen. Mittlerweile ist diese Art der Fortbewegung aber wieder ganz groß im Kommen!

Geschuldet ist dies in erster Line natürlich den günstigen Preisen. Im Vergleich zur Bahn kosten die Tickets oft nur einen Bruchteil dessen, was man bei einer Zugfahrt hinlegen müsste. Ist der günstige Fernbus aber immer die bessere Alternative?

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Bahn vs. Bus

1. Die Preise

Vergleicht man nur den Preis, dann kann die Bahn fast nie mit den günstigen Preisen der Fernbusanbieter mithalten. Vor allem, da diese oftmals auch Specials oder besondere Gutscheine anbieten, die die Preise nochmals erheblich günstiger machen.

Um bei der Bahn ähnlich günstige Preise zu bekommen, muss man schon großes Glück haben und ein entsprechendes Angebot ergattern.

Die Bahn ist dabei jedoch nicht nur auf den Profit aus, fairerweise muss hier sagen, dass die Bahn im Vergleich zu Fernbusanbietern viele höhere Kosten hat. Für die Nutzung der Schienen muss die Bahn beispielsweise Gebühren zahlen, von denen die Busse verschont bleiben. Zusätzlich fallen auch Kosten für eine Stromsteuer oder den Emissionshandel an. All diese Kosten treffen nur auf die Bahn und nicht auf die Busse zu, die zumindest die deutschen Straßen kostenlos befahren dürfen.

2. Der Komfort

Beim Komfort hat die Bahn wohl die Nase vorne. Im Zug ist das Platzangebot meist besser, angefangen bei den Sitzen, bis hin zu den Toiletten oder Gängen. Im Zug kann man sich auf einer langen Reise auch einmal die Beine vertreten und beispielsweise den Speisewagen aufsuchen.

In den Bussen fehlt ein Speisewagen komplett, Getränke kann man aber meist trotzdem kaufen. Die Busse bieten normalerweise auch kleine Snacks , aber keine warmen Gerichte an. Die Küche im Zug kann man zwar auch nicht wirklich als Gourmetküche bezeichnen, aber zumindest gibt es warmes Essen, welches durchaus genießbar ist.

Wer auf Reisen auch etwas surfen möchte, der hat es wiederum in den Bussen besser. Die meisten Fernbusanbieter bieten kostenloses W-Lan an. Bei der Bahn ist dies, wenn überhaupt, nur den Gästen der ersten Klasse vorbehalten. In diesem Jahr soll sich das aber scheinbar ändern. Aussagen der Bahn zufolge, soll bald auch in der zweiten Klasse das W-Lan kostenlos sein und nicht mehr wie bisher fast 5 Euro pro Tag kosten.

Toiletten sind bei beiden Alternativen mit an Bord, lediglich bei den Bussen kann es durch den Einsatz von Ersatzbussen dazu kommen, dass keine Toilette vorhanden ist. In diesen Fällen werden dann aber regelmäßige Pausen gemacht.

3. Die Zeit

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Der Zeitfaktor variiert besonders mit der Strecke. Während auf einigen Strecken, speziell auf Kürzeren, kaum ein Zeitunterschied zu spüren ist, erhöht sich die Fahrzeit vor allem bei Langstrecken bei den Bussen deutlich.

Das die Fahrzeiten beim Bus länger sind, hat mehrere Gründe. Zum einen fahren die Busse nicht so schnell, wie die Schnellzüge der Bahn und zum anderen müssen sich die Busfahrer an Lenk- und Ruhezeiten zu halten. Unter drei Stunden müssen keine Pausen gemacht werden, aber danach sind Pausen in bestimmten Abständen fällig. Dies verlängert natürlich die Fahrzeit.

Wenn man sich aufgrund der Zeitersparnis für die Bahn entscheiden möchte, muss man aber auch hier aufpassen. Wenn man beispielsweise statt des ICE´s den Bummelzug wählt, der an jedem kleinen Bahnhof hält, ist es gut möglich, dass der Bus doch schneller gewesen wäre.

Hier sollte man einfach die Fahrzeiten genau anschauen, die Reisezeit ist bei beiden Varianten übersichtlich angegeben und ein Vergleich ist ganz einfach möglich.

4. Im Falle der Nichtbeförderung oder bei großen Verspätungen

Die Bahn ist hier meist kulanter bzw. wurde zur Kulanz gezwungen. Bei Nichtbeförderungen oder großen Verspätungen aufgrund von höherer Gewalt, also z. B. bei Sturm, Eis oder Schnee, muss die Bahn ihre Fahrgäste entschädigen.

Die Busunternehmen entschädigen die Passagiere in der Regel nicht! Wenn man sich jedoch beschwert und auch den Rechtsweg beschreitet, sind Entschädigungszahlungen häufig möglich.

Im Zweifel sollte man einen Rechtsbeistand befragen, wobei man jedoch immer den Kosten-/Nutzenfaktor beachten sollte. Bei einem Ticketpreis von 5 Euro lohnt sich ein Streit oft nicht – es sei denn, die Verspätung oder der Ausfall hat weitere Kosten verursacht, weil beispielsweise aufgrund dessen einen Flug verpasst wurde.

Das Fazit:

Die Busse und die Bahn haben beide eine Daseinsberechtigung. Während die Busse meist günstiger sind, ist die Bahn in der Regel schneller und bietet einen höheren Komfort.

Da die Bahn auch sehr viele Kunden an die Busunternehmen verloren hat, will die Bahn diesem Trend entgegenwirken und wieder attraktiver werden. Man kann sich in Zukunft bestimmt auf bessere Angebote freuen, wobei jedoch zu bezweifeln ist, ob diese genauso günstig, wie bei den Bussen sind.

Der Kampf zwischen Fernbus und Bahn bleibt auf jedem Fall spannend und welche Reiseart man bevorzugt, darf man sich ja glücklicherweise selbst aussuchen!

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