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Roaming – was ist das?

Wer in den Urlaub fährt oder auf Geschäftsreise ist, zu einer Hochzeitsfeier ins Ausland reist oder eine Weltreise macht, hat sein Handy in der Regel immer dabei – praktisch, denn so ist Mann überall erreichbar, kann den Kontakt nach Hause halten oder im Notfall erreichen, wen immer Mann will. Doch wer den heimischen Funkbereich verlässt, ist auf die Durchleitung von Daten, Informationen und Co. angewiesen – und das wiederum ist mit Gebühren verbunden, die sogenannten Roaming-Gebühren. Der Hintergrund: Die deutschen Mobilfunkanbieter kaufen sich in fremde Netze ein, damit ihre Kunden auch außerhalb des Landes mobil sind – klar, dass das nicht for free ist.

Roaming-Gebühren

Bei den Gebühren wird zwischen SMS-Dienst, Sprach- und Datenroaming unterschieden. Seit 2014 kostet ein aktiver Anruf pro Minute 19 Cent, für ein angenommenes Telefonat werden 5 Cent fällig. Werden Sie kontaktiert, zahlen Sie also auch. Ähnlich teuer ist eine SMS – die kostet nämlich 6 Cent. Am teuersten ist Datenroaming, sprich die mobile Nutzung des Internets. Pro Megabyte muss Mann 20 Cent berappen – das ist zwar günstiger als noch vor ein paar Jahren, aber immer noch teuer. Diese Preise gelten allerdings nur für die EU. Wer nach Amerika, Asien oder ans andere Ende der Welt reist, sollte sich vorher unbedingt über die Gebühren informieren.

Übrigens: Vor Handyrechnungen im drei- und mehrstelligen Bereich durch Datenroaming müssen Sie aktuell keine Angst mehr haben, denn innerhalb der EU sind alle Provider zu einer Kostensperre verpflichtet. Fallen Kosten über 59,95 Euro an, muss einer weiteren Nutzung zugestimmt werden.

Kostenfallen: Abzocke außerhalb der EU

Der nächste Trip mit den Jungs geht in die Türkei oder Sie haben mit der Liebsten einen Urlaub in Ägypten geplant? Dann Vorsicht, denn der Griff zum Handy kann hier besonders teuer werden. Grund: Das Handy wählt sich nicht grundsätzlich ins günstigste, sondern in das stärkste verfügbare Netz ein. Tipp: Informieren Sie sich vor Urlaubsantritt am besten über entsprechende Netzbetreiber und Tarife vor Ort – so können Sie, am Urlaubsziel angekommen, das günstigste Netz auf Ihrem Handy einstellen und schützen sich so vor Abzocke durch Roaming. Wie? Unter „Einstellungen“ deaktivieren Sie die automatische Netzsuche und stellen den günstigeren Anbieter als „bevorzugt“ ein. Das ist im Übrigen auch sinnvoll, wenn Sie in Grenznähe zu Deutschland unterwegs sind.Selbst wenn SMS aus dem Nicht-EU-Ausland wesentlich teurer sind als innerhalb der EU – in den meisten Fällen sind sie immer noch das günstigste Kommunikationsmittel. Aus der Türkei oder Tunesien werden pro Kurznachricht knapp 50 Cent berechnet, anderswo sogar noch mehr. Richtig happig wird’s allerdings beim Versand von MMS – hier kostet sogar nicht nur das Verschicken bis zu zwei Euro, auch das Empfangen kann sehr teuer werden. Die Preise sind dabei vom jeweiligen Anbieter abhängig.

Roaming ausschalten

Ob Samsung Galaxy, iPhone, iPad oder welches internetfähige Gerät auch immer – auf jedem Handy können Sie Roaming ausschalten. Wie? Indem Sie unter „Einstellungen“ auf „Mobiles Netz“ klicken und „Datenroaming“ deaktivieren. Jetzt besteht keine Gefahr mehr für hohe Gebühren.

Schutz vor Roaming: Weitere Möglichkeiten

Sie möchten sich im Urlaub entspannen und nicht die Hälfte der Zeit mit dem Wechseln von Netzbetreibern verbringen oder sich hinterher über versteckte Kosten und Abzocke ärgern? Dann können Sie sich entweder spezielle Prepaid-Karten für Ihre Reise kaufen – dann bekommen Sie aber auch eine andere SIM-Karte und eine weitere Telefonnummer – oder Sie kaufen sich ein billiges Handy als Zweitgerät. Tipp: Am günstigsten ist eine Urlaubs-Prepaid-Karte im jeweiligen Zielland, denn dann telefonieren Sie zum Inlandstarif.

Und noch ein Tipp: Wer im Ausland via Skype oder WLAN-Hotspot telefoniert, kommt oft günstiger weg als über die klassische Telefonfunktion. Kostenlos geht’s auch – zum Beispiel über Instant Messenger-Dienste. Dann muss der Angerufene aber das gleiche Programm nutzen.

Gut zu wissen: Spricht Mann jemandem auf die Mailbox, ist das – zumindest innerhalb der EU –kostenlos. Eine Kostenfalle lauert in puncto Mailbox trotzdem noch, denn beim Abhören einer Nachricht fallen weiterhin Gebühren an. Wer nicht in Versuchung geführt werden will, kann seinen mobilen Anrufbeantworter aber auch ausschalten.