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Elektroautos sollen künstlich lauter gemacht werden

20.04.2018 • 13:34

Elektro-Autos sind leiser als Benziner oder Diesel. Was wie ein Pluspunkt klingt, ist aber ein Nachteil - vor allem für Fußgänger. Daher sollen E-Autos künstlich lauter gemacht werden.

Elektroautos haben gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor einen entscheidenden Vorteil: Sie verursachen keinen Schadstoffausstoß. Das Argument, dass E-Autos zudem noch leiser sind, ist allerdings überraschenderweise eher von Nachteil.

Das sagt Professor Hugo Fastl von der US-Behörde für Verkehrssicherheit NHTSA. Demnach sei das Unfallrisiko für Fußgänger bei Elektroautos um 19 Prozent höher als bei Autos mit Verbrennungsmotor. Der Grund ist einfach: E-Autos seien so leise, dass Fußgänger diese nicht hören – und somit schlichtweg übersehen.

Fastl sagt: "Es ist ein bisschen paradox. Nachdem wir 20 Jahre lang daran gearbeitet haben, Autos leiser zu machen, müssen sie jetzt lauter werden." Er arbeitet jetzt gemeinsam mit Forscherteams daran, Autosounds am Computer zu entwickeln, damit E-Fahrzeuge zukünftig auch hörbar sind.

Das geschieht allerdings nicht rein freiwillig. Nach einer neuen EU-Verordnung müssen ab Juli 2021 alle zugelassenen neuen E-Autos hörbare Fahrzeuggeräusche von sich geben.

Damit diese auch zum jeweiligen Wagentyp passen, basteln Fastl und sein Team mitunter auch mal fünf Jahre. "Ein Sportwagen muss natürlich anders klingen als ein luxuriöses Auto", sagt er dazu.

Immerhin lohnt sich seine Arbeit: Nicht nur, dass sich E-Autos mit dem künstlich generierten Sound besser anhören, sie sind auch noch sicherer für Fußgänger.

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