So sieht's aus.

Sport: Ein Milliardengeschäft!

Neben der Fußball-EM durften wir in diesem Jahr dank modernster Aufnahmetechniken wieder etliche Sportveranstaltungen aus der ganzen Welt mitverfolgen. Unter ihnen befanden sich Highlights wie die Tour de France, die Handball-EM und die Olympischen Sommerspiele. Doch nicht nur für die Sportler selbst und die Zuschauer waren dies besondere Momente, sondern auch für externe Unternehmen – und die investierten kräftig.

Geld im Sport
Geld spielt auch beim Fußball die alles entscheidende Rolle. © Aleksandar Grozdanovski – 215811352 / Shutterstock.com

Fußball EM war für nicht nur für Sponsoren eine Goldgrube

Circa 300 Millionen TV-Zuschauer waren für das Fußball-EM Finale zwischen der Siegermannschaft Portugal und dem Gastgeberland Frankreich prognostiziert worden. Dass diese Zahl keinesfalls allzu optimistisch von der UEFA im Vorfeld bekannt gegeben worden war, wurde mit einem Blick auf die Einschaltquote des Spiels der Deutschen Nationalmannschaft klar, als diese gegen Frankreich im Halbfinale mit 2:0 ausschied. So verfolgten ganze 29,82 Millionen Zuschauer im Zweiten Deutschen Fernsehen das Spiel vor dem Bildschirm. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, was bereits etliche Unternehmen für sich erkannt haben: Gerade Großevents wie die Fußball-EM sind eine Goldgrube. Dies fängt an bei den Sponsoren, die namentlich groß und voller Stolz auf den Trikots der Spieler pranken und hört auf bei der digitalen Bandenwerbung, die stets von den Fernsehkameras erfasst wird.

Riesige Summen spielen hingegen auch im lukrativen Bereich der Sportwetten eine Rolle und dort ist Fußball auf Platz 1 der beliebtesten Sportarten. Allgemein wurden im Jahr 2016 in Deutschland mehr als fünf Milliarden Euro auf Sportereignisse gewettet. Lagen die Wetteinsätze auf Sportwetten 2015 noch bei 4,8 Mrd. Euro, wuchsen – auch wegen der Fußball-EM – die Einnahmen in diesem Jahr auf 5,1 Milliarden Euro an. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia in ihrer aktuellsten Studie „Glücksspielmarkt Deutschland 2016“. Der Sportwettenmarkt zeigt sich damit unbeeindruckt von der mittlerweile gescheiterten Konzessionsvergabe an Sportwettenanbieter in Deutschland. Dabei wird die kommende EM noch einmal ereignisreicher denn je , denn sie feiert 2020 ihr 60. Jubiläum.

Tour de France erholt sich nur schlecht von Krisenzeit

Nur unwesentlich weniger lukrativ ist für Sponsoren und externe Unternehmen das Geschäft mit der Tour de France . Diese fand im Jahr 2016 zum 103. Mal statt und wurde vom 2. - 24. Juli ausgetragen. Spektakulär war das durch die vier Austragungsländer Frankreich, Spanien, Andorra und Schweiz führende Rennen auch in diesem Jahr wieder. Ein paar Daten zur gesamten Tour:

  • Von 198 Fahrern erreichten 174 das Ziel in Paris
  • 22 Teams bestritten quälende 21 Etappen
  • Die zurückgelegte Gesamtdistanz lag bei 3529 Kilometern
Sponsoren der Tour de France
Bildquelle: Ahmed Akl – 110745035 / Shutterstock.com

Von den Sponsoren der einzelnen Teams dürfte sich in diesem Jahr am meisten der Fernsehsender Sky gefreut haben, denn mit dem Engländer Chris Froome gewann der beste Teamfahrer die Gesamtwertung. Aus Sponsorensicht vergessen darf man allerdings nicht, dass der Radsport im Zuge der weite Bahnen ziehenden Dopingaffäre um etliche bekannte Radsportler erheblich an Ansehen und Reputation eingebüßt hat. Dies machte sich auch in den, genau wie im Jahr 2015, mäßigen Einschaltquoten bemerkbar. So verzeichnete die ARD insgesamt 1,1 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von zehn Prozent. Nichtsdestotrotz hielt dies neben Sky auch im Jahr 2016 große Unternehmen wie Skoda, Vittel und Tissot nicht davon ab, ein riesiges Budget beispielsweise für Trikotwerbung und Bandenwerbung im Zielbereich auszugeben. Wiederum andere Unternehmen gingen erneut den äußerst wirksamen Weg der TV-Werbung.  Für die zwischen der Live-Übertragung und natürlich vor den Etappen eingeblendeten Spots mussten abhängig von der Länge und der entsprechenden Schaltzeit fünfstellige Summen bezahlt werden.

Handball EM endet für Deutschland in grenzenloser Euphorie

Nicht durch negative Schlagzeilen belastet, sondern stattdessen von vollem Erfolg gekrönt war das Handballjahr 2016. Bereits im Januar gab es für die Handballfans in Deutschland eine wahre Sternstunde der Sportgeschichte in Polen zu feiern, nämlich den Gewinn des EM-Titels. Von den vier Austragungsorten war sinnvollerweise der größte im Vorfeld für das Finale reserviert worden. Vor jeder Menge deutscher Fans konnte Deutschland sich zum zweiten Mal in der Geschichte den Titel sichern und setzte sich im Endspiel am 31. Januar gegen Spanien mit einem überraschend klaren 24:17 durch. Wichtig aus Werbesicht: Ganze 15.000 Zuschauer waren zuvor in die Tauron Arena in Krakau gestürmt. Mit großer Freude werden dies sicherlich auch die folgenden Sponsoren des Events vernommen haben:

  1. Bauhaus
  2. AJ
  3. Intersport
  4. Velux-Gruppe

Die bereits im Jahr 1960 gegründete Aktiengesellschaft Bauhaus erwirtschaftete zuletzt im Jahr 2014 einen Jahresumsatz von circa 5,98 Milliarden Euro. AJ hingegen ist ein schwedisches Möbelunternehmen und der Konzern Intersport dürfte den meisten Deutschen wegen der über 70 inländischen Filialen ein klarer Begriff sein. Im Gegensatz zu den anderen Unternehmen hatte die Velux-Gruppe zu der Unterstützung der Handball-EM sogar offiziell in Form des Senior Vizepräsidenten Stellung genommen. So hatte Michael Rasmuss erklärt: „Bei der Euro 2016 können wir unser Engagement im Handball auf verschiedene Schlüsselmärkte ausweiten und die Leidenschaft sowie Professionalität teilen, die die Velux-Gruppe bestens beschreibt.“ Ein erklärtes Ziel sei dabei auch die Vertiefung von Beziehungen zu Kunden und der Aufbau neuer Partnerschaften gewesen.

Wie bedeutend die Handball-EM für Sponsoren wirklich ist, wird auch mit Blick auf die Zahlen der Europameisterschaft von 2014 deutlich: Alleine hierbei war mit einer 2300 Stunden fassenden Berichterstattung eine Gesamtreichweite von 900 Millionen Personen generiert worden.

Werbung ist bei Olympischen Sommerspielen fast unbezahlbar

Alle Leichtathleten streben nach einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen.
Bildquelle: Pete Niesen – 27598678 / Shutterstock.com

Das letzte große Ereignis auf dem Gebiet des Sports fand dieses Jahr zwischen dem 5. und 21. August mit der Veranstaltung der olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro statt. Unter dem Motto „Um mundo novo“, was übersetzt so viel wie „eine neue Welt“ bedeutet, wurden 308 Wettbewerbe in 28 unterschiedlichen Sportarten ausgetragen. Während die USA in Sachen Medaillen die Nationenwertung wieder einmal klar für sich entscheiden konnten, landete Deutschland mit 17 Goldmedaillen nur auf dem fünften Platz. Die ARD und das ZDF berichteten gemeinsam in insgesamt 280 Stunden live im TV. Anhand dieser Zahlen wird deutlich: Sponsoring spielte auch bei diesem Event eine große Rolle, doch nur für eine absolut erlesene Auswahl der erfolgreichsten Firmen der Welt. Jede der aus der Tabelle hervorgehenden Unternehmen zahlte hierfür für den Zeitraum von 2013 bis 2016 an das IOC eine Summe von circa 100 Millionen Euro:

Firma Herkunftsland Jahresumsatz Mitarbeiter
Coca Cola USA 44,29 Mrd. USD 123200
McDonalds USA 27,4 Mrd. USD 420000
Visa USA 13,88 Mrd. USD 11300
Bridgestone Japan 32,19 Mrd. Euro 144303
Samsung Südkorea 305 Mrd. USD 489000
Panasonic Japan 65,6 Mrd. Euro 254084

Neben den genannten Konzernen gehörten des Weiteren noch Omega, Procter & Gamble, General Electric und Dow & Atos zu den Sponsoren. Ab 2017 wird auch Toyota mit an Board sein.

Fazit

Wie man unschwer an den genannten Zahlen und Fakten erkennen kann, ist bei allen Großveranstaltungen im Sport stets jede Menge Geld involviert, wobei sich insbesondere ein Sponsoring der großen Events nur die weltweit erfolgreichsten Konzerne leisten können. Betrachtet man die zu entrichtenden Beträge und vergleicht diese mit dem Jahresumsatz, so wird aber auch klar, dass sich hinter all dem eine ausgeklügelte Kalkulation und geschicktes Marketing verbirgt.

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