So sieht's aus.

Hammer Film Edition (Blu-ray Box)

Hammer Film Edition © Studiocanal

INHALT

Diese Edition versammelt auf Blu-ray Discs sieben Filme der legendären englischen Film-Produktionsfirma Hammer, die gegen Ende des britischen Horrorbooms in den Jahren 1970 bis 1972 entstanden:

  • "Frankensteins Schrecken" ("The Horror Of Frankenstein", 1970)
  • "Dracula – Nächte des Entsetzens" ("Scars Of Dracula", 1970)
  • "Doktor Jekyll & Schwester Hyde" ("Dr. Jekyll and Sister Hyde", 1971)
  • "Das Grab der blutigen Mumie" ("Blood On The Mummy's Tomb", 1971)
  • "Dämonen der Seele" ("Demons Of The Night", 1972)
  • "Furcht in der Nacht" ("Fear In The Night", 1972)
  • "Ehe der Morgen graut" ("Straight On Till Morning", 1972)

HEIMKINO-FACTS

Anbieter: Studiocanal
Erhältlich als: DVD, Blu-ray Disc
Veröffentlichung: 23. November 2017
FSK: ab 12 Jahren

KRITIK

Mit "Frankensteisn Fluch" und "Dracula" hatte das Studio "Hammer Films" Ende der 1950er Jahre einen neuen Boom im Genre des phantastischen Films ausgelöst. Die Hammer-Hits bedienten sich der klassischen Horrorgestalten aus den Universal-Horrorfilmen der 30er Jahre, verpassten ihnen aber Updates: Man drehte in opulenten Farben und würzte die Stories mit so viel Blut und Sex, wie es die britischen Film-Zensoren gerade noch zuließen. Dieses einfache Grundrezept plus charismatische Stammschauspieler wie Christopher Lee oder Peter Cushing machten Hammer zum führenden Horror-Produzenten der 60er Jahre - bis der Boom ein gutes Jahrzehnt nach den ersten Erfolgen abzuflauen begann. Bei den Zuschauern hatten zu viele Fortsetzungen und eine Flut an Imitationen für Übersättigung gesorgt.

Die Filme dieser Edition stammen aus einer Zeit, als man bei Hammer einerseits mit sinkenden Kassenergebnissen (und in deren Folge: niedrigeren Produktionsbudgets) zu kämpfen hatte, andererseits aber auch nach neuen Stoffen und Erzählformen suchte. So ist "Dracula – Nächte des Entsetzens", mal wieder mit Christopher Lee in der Titelrolle, noch der traditionellste Film der Box, auch wenn er in Sachen Blut und Gewalt als der härteste der Reihe gilt. In "Frankensteins Schrecken", der sich mit Hammer-Legende Peter Cushing schmücken konnte, versuchte Regisseur und Drehbuchautor Jimmy Sangster das sichtlich niedrige Budget durch parodistische Elemente auszugleichen - nur teilweise erfolgreich.

Deutlich spannender fiel "Doktor Jekyll & Schwester Hyde" von Regisseur Roy Ward Baker aus: Doktor Jekyll verwandelt sich hier in ein weibliches Monster, das in Jack-The-Ripper-Art auf nächtliche Mordzüge geht. Die attraktive Martine Beswick verkörpert "Sister Hyde" mit dämonischer Ausstrahlung und trägt dazu bei, den Film als ganz klares Highlight im gesamten Hammer-Kanon zu positionieren. Auch der im gleichen Jahr entstandene Gruselfilm "Das Grab der blutigen Mumie" ist interessant und ganz um eine körperbetont agierende Hauptdarstellerin (in diesem Fall Valerie Leon) herum gebaut. Er versetzt die Handlung ins England der Film-Entstehungszeit und verzichtet komplett auf das Klischee der wiedererwachten Mullbinden-Mumie.

Ein merkwürdiges, nicht ganz geglücktes Hybrid aus Gothic-Elementen und psychologische Melodrama stellt "Dämonen der Seele" dar, der zwar in der Art typischer Hammerfilme in einem Fantasie-Mitteleuropa des späten 19. Jahrhunderts spielt, die Geschichte aber mit psychedelischen Effekten und Themen wie Inzest und Schizophrenie anreichert.

Zwei wenig bekannte Perlen gibt's zum Schluss: "Furcht in der Nacht" und "Ehe der Morgen graut" gehören jenem Subgenre von Psychothrillern an, die bei Hammer gern auch "Mini-Hitchcocks" genannt wurden. In der ersten muss eine junge Lehrerin nach mysteriösen Vorfällen in ihrer Schule um ihren Verstand fürchten - oder ist ein Komplott gegen sie im Gang? Und auch der zweite Film erzählt von einer jungen Frau in Gefahr: Hier ist es die aus Liverpool nach London gezogene Brenda, die erst spät die psychischen Dämonen ihrer Bekanntschaft Peter erkennt. Story und Machart erinnern klar an die zur gleichen Zeit modernen "Giallo"-Krimis italienischer Herkunft.

TECHNIK UND AUSSTATTUNG

Neue Abtastungen und sorgfältige Restauration der Bild- und Tonelemente zeichnen diese Blu-ray Discs aus, denen Studiocanal hoffentlich noch weitere "Hammer"-Klassiker folgen lassen wird. Die Ausstattung aller Discs ist praktisch identisch: Neben dem Film, jeweils mit englischer und deutscher Tonspur (Mono DTS-HD Master Audio) und optionalen deutschen oder englischen Untertiteln, gibt's zu jedem Film eine knapp 20-minütige Dokumentation. In diesen Featurettes kommen Hammer-Experten wie die Autoren Marcus Hearn und Jonathan Rigby sowie jeweils am Film Beteiligte zu Wort und sorgen für eine - nicht immer nur positive - Einordnung ins Hammer-Gesamtwerk. Leider gibt es zu diesen interessanten Kurzdokus keine deutschen Untertitel, ebensowenig zu den in fast allen Fällen vorhandenen Originaltrailern.  

KABEL EINS BEWERTUNG

Für Horror- und insbesondere Hammer-Fans ist die Veröffentlichung dieser Edition ein wahres Fest, denn viele der Filme waren bislang bei uns gar nicht erhältlich. Die Vorfreude auf weitere Hammer-Veröffentlichungen von Studiocanal ist groß! (map / kabeleins.de)

Film Details

  • Land Großbritannien
  • Produktionsjahr 1970-72

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