So sieht's aus.

Lebensmittel kühlen und frisch halten: Vom Eisblock zum modernen Kühlschrank

In der Geschichte der Menschheit spielte die Ernährung eine wichtige Rolle. Um auch in kargen Zeiten oder auf längeren Reisen genug auf dem Teller zu haben, suchten Menschen schon früh nach Möglichkeiten, Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse & Co. möglichst lange zu konservieren und vor dem Verderben zu schützen. Alpenbewohner holten sich beispielsweise schon in der Antike Eisblöcke aus den Bergen, um ihre Nahrung vor dem Verderben zu schützen. Wer nicht in Gletschernähe wohnte, musste sich jahrhundertelang mit anderen Konservierungsmethoden begnügen. Es wurde gepökelt und eingekocht, getrocknet und geräuchert. Im 19. Jahrhundert etablierte sich in europäischen Großstädten der Handel mit Eisblöcken zur Kühlung von Lebensmitteln. In den USA sorgte mit Beginn der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts der Kühlschrank für eine Revolution. Mit Verbreitung der Elektrizität war seine weltweite Verbreitung nicht mehr aufzuhalten. Heute gehört der Kühlschrank zum Standard in jedem deutschen Haushalt.

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Bereits in der Antike kam der Mensch auf die Idee, Nahrungsmittel zur längeren Haltbarkeit zu kühlen. Neben Konservierungsmethoden wie pökeln, einkochen, trocknen oder räuchern nutzte man vor allem die Kraft der Natur, um Speisen über einen längeren Zeitraum essbar zu halten. Viele Völker lagerten ihre Speisen und Getränke unterirdisch. Im römischen Reich wurden beispielsweise Weine in Amphoren aus Terrakotta gefüllt und in die Erde eingelassen, wo sie weder Hitze noch Sonnenlicht ausgesetzt waren. 

In kälteren Regionen wie etwa in den Alpen kamen Menschen auf die Idee, Lebensmittel mit Eisblöcken haltbar zu machen, die man aus den Gletschern schlug. Der Herrscher von Mari, Zimri-Lim, nutzte angeblich bereits mehrere tausend Jahre vor Christus eine Art Eishaus mit riesigen Eisblöcken aus dem Gebirge, um im Sommer seine Getränke zu kühlen. Völker, die an Flüssen oder Seen siedelten, nutzten diese zur Kühlung von Nahrung.

Auch in vielen mittelalterlichen Burgen richtete man in Kellergeschossen oder Höhlen Eisräume ein, um Nahrung zu kühlen und länger haltbar zu machen. Das Eis wurde im Winter meist aus Weihern und Stauseen gewonnen. Im Sommer wurden die großen Eisblöcke dann zur Kühlung von Speisen und Getränken verwendet. Für die Herrscher gab es mitunter sogar kleine Schränke, die man mit Eis und Lebensmitteln füllte.

Eisblöcke wurden hunderte Kilometer in die Haushalte der Menschen transportiert

Im Prinzip hatte man damit bereits den stromlosen Vorläufer des heutigen modernen Kühlschranks erfunden. Im 17. Und 18. Jahrhundert kamen nach und nach auch Menschen, die weit von Bergen, Gletschern und kalten Wintern entfernt siedelten, in den Genuss mit Eis gekühlter Speisen und Getränke. Eishäuser hatten sich auf den Handel des zu Blöcken gefrorenen Wassers spezialisiert und belieferten damit großbürgerliche Haushalte, die einen Eisschrank besaßen – große, mit Dämmstoff und Holz ausgerüstete Kisten.

Dabei musste das Eis oft eine weite Reise zurücklegen, bis es zum Einsatz in den Eisschränken der Metropolen kam. Eisblöcke für die Bewohner von Paris wurden während des Winters aus der Eisdecke des weit entfernten Lac de Joux gesägt, anschließend gelagert und im Sommer bis in die französische Hauptstadt transportiert. Dort wurde es in Eishäusern zwischengelagert und an die betuchte Bevölkerung geliefert.

Der entscheidende Durchbruch gelang dem Deutschen Carl von Linde

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Bereits im Jahre 1748 entwickelte der britische Forscher William Cullen die erste Kältemaschine der Welt, die spätere Forscher inspirierte. Cullen gelang es, durch Evakuierung eines teilweise mit Wasser gefüllten Gefäßes Eis zu erzeugen. Der entscheidende wissenschaftliche Durchbruch gelang im Jahre 1876 dem deutschen Ingenieur Carl von Linde , der eine technisch-chemische Kältemaschine entwarf.

In seiner Maschine wurde durch Metallröhren flüssiges Ammoniak als Kühlmittel im Kreis gepumpt. Warme Luft brachte das Ammoniak zum Verdampfen, was Energie kostete und der Umgebung Wärme entzog. Danach wurde das Gas aus der Maschine gesaugt, per Kompression wieder verflüssigt und erneut in die Metallröhren geleitet. Der Kühlschrank-Vorläufer von Carl von Linde erzeugte also keine Kälte, sondern entzog dem Inneren Wärme, wie es im Prinzip auch moderne Kühlschränke machen.

Weil bei den ersten Maschinen, die auf diese Weise Kälte und Eis erzeugten, von Zeit zu Zeit Lecks auftraten, aus denen ätzendes Ammoniak austrat, konnten sich die kühlenden Geräte in privaten Haushalten erst mit Beginn der 1920er Jahre in Amerika durchsetzen. Dort hatte man mit den Jahren gelernt, solide Kühlschränke zu produzieren und das Kühlmittel Ammoniak durch Fluorchlorkohlenwasserstoff zu ersetzen. Auch in benachbarten Ländern wie etwa Kuba gehörten Kühlschränke schon in den 30er Jahren zur Standardausrüstung.

Bereits 1937 standen angeblich Kühlschranke in jedem zweiten US-Haushalt. In Europa wurden ähnliche Kühlschränke entwickelt und produziert, die sich jedoch zunächst nicht durchsetzen konnten, da sich nur ein kleiner Personenkreis die Geräte leisten konnte. Erst nach dem zweiten Weltkrieg konnte der elektrische Kühlschrank dank des Wirtschaftswunders und industrieller Massenfertigung auch in Deutschland seinen Siegeszug antreten. Bereits in den 60er Jahren gehörte ein Kühlschrank zur Standardausstattung bundesdeutscher Haushalte.

Moderne Side-by-Side-Kühlschränke

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Die damaligen Geräte unterscheiden sich nicht nur in punkto Kühlleistung, Stromverbrauch, Optik und Komfort deutlich von modernen Kühlschränken. Die lange Zeit recht klobigen Geräte nutzten bis in die 90er Jahre Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW), dessen klimaverändernde Wirkung erst spät erkannt wurde. Heutige, energiesparende Kühlschränke kommen ohne den gefährlichen Stoff aus. Als Kühlmittel kommt zumeist die „Dortmunder Mischung“ zum Einsatz, die im Wesentlichen aus Propan und Butan besteht.

Voll im Trend liegen Side-by-Side Kühlschränke, die Kühl- und Gefrierfunktionen in einem Gerät kombinieren, was im Vergleich zu zwei separaten Geräten nicht nur komfortabler ist und Energie spart, sondern auch weniger Aufstellplatz beansprucht. Die nebeneinander angeordneten Türen mit eigener Beleuchtung können getrennt geöffnet werden.

Hinsichtlich der Ausstattung und des Designs gibt es bei den in diversen Größen lieferbaren Side-by-Side Kühlschränken große Unterschiede. Zu den möglichen Extrausstattungen gehören zum Beispiel Eiscrusher nach amerikanischem Vorbild auf der Gefrierseite, eine integrierte Umluftkühlung gegen Eisansatz, antibakterielles Material an den Türdichtungen und Innenverkleidungen sowie diverse Programmiermöglichkeiten per Touch-Display.

Die Anschaffung eines modernen Side-by-Side Kühlschranks lohnt sich vor allem für Haushalte mit mehreren Personen. Bevor man sich für den Kauf eines Geräts entscheidet, sollte sich man zunächst seine Bedürfnisse klar machen und dann das passende Gerät suchen. Bei der Auswahl helfen unabhängige Vergleichsportale im Internet , wo man kompetente Antworten auf alle Fragen findet und das optimale Modell für seine persönlichen Ansprüche findet.

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