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Es war ein trauriges, aber auch ein bewusstes Ende, dass Samu Haber und seine Band Sunrise Avenue an einem sonnigen Dezembermorgen im letzten Jahr in einem Hotel ihrer Heimatstadt Helsinki verkündeten. Er sei schon in einigen herausfordernden Situationen mit einem Mikrofon in der Hand gewesen, sagte Samu, aber: „Dies hier ist mit Abstand die schlimmste.“ Und dann sagte er das, was einige Fans schon vermutet hatten: „Ich und die Jungs haben beschlossen aufzuhören.“ Die Single „Thank You For Everything“, die damals erschien, findet ähnliche Worte, zeigt sich aber auch versöhnlich: „Take a look over paradise one last time / But I trust there's another one coming around / This is the end, the end, the end, the end, the end / When a heart burns out, the new one shall come in.“ Die Musik dazu ist classic Sunrise Avenue: Nicht ganz Pop, nicht ganz Rock, die Melodieliebe von erstgenanntem, die Wucht vom letztgenannten. Dazu Samus Stimme, die uns in den letzten Jahren so oft zu den „Hollywood Hills“ entführt hat, die vom „Fairytale Gone Bad“ erzählte, das wir alle in irgendeiner Form mal erlebt haben und die oft – nicht nur wenn wir das gleichnamige Lied hörten – zum „Lifesaver“ wurde.

Die Karriere von Sunrise Avenue, die Anfang der Nullerjahre in Finnland begann, war im Rückblick tatsächlich überwiegend eher ein Märchen – oder zumindest eine wünschenswerte Bandgeschichte. „Hollywood Hills“, „Fairytale Gone Bad“ und viele weitere Songs umfasste das Portfolio. Die Konzerte wurden immer größer – nicht zuletzt, weil Frontmann Samu als charmanter, charismatischer Juror bei „The Voice Of Germany“ neue Fans für sich gewinnen konnte und die TV Show über Jahre mit seinem Witz prägte. Trotzdem – und das klingt nicht nur im Abschiedssong nach, sondern auch in seiner Biografie „Forever Your“ (Riva Verlag) – hatte diese wilde Erfolgsphase auch schwierige Momente. In dem gerade veröffentlichten Buch erzählt Samu sehr offen von Burn-outs, zerbrochenen Beziehungen, künstlerischen Krisen, aber auch davon, wie die Musik sein Leben gerettet hat.

Ganz verabschieden müssen wir uns an dieser Stelle übrigens noch nicht: Die ins kommende Jahr verschobene Abschiedstour wird natürlich noch stattfinden – und dann gibt es ja auch wieder die neue TVOG-Staffel, bei der Samu mit seinem einst geliebten Feind und Konkurrenten Rea Garvey nun als Team in der Jury sitzt.