- Bildquelle: Electrola – A Division of Universal Music (GmbH) © Electrola – A Division of Universal Music (GmbH)

Er war der Gentleman des deutschen Schlagers. Ein beliebter TV-Star. Ein ehemaliger Rock’n’Roller. Und vor allem: ein großer Sänger. Roy Black, der mit bürgerlichem Namen Gerhard Höllerich hieß, verstarb leider viel zu früh, am 9. Oktober 1991 im Alter von 48 Jahren. Aber seine Musik wärmt noch heute zahlreichen Menschen das Herz. Lieder wie „Ganz in Weiß“, „Wenn du bei mir bist“ oder „Leg dein Herz in meine Hände“ sind zeitlose Klassiker, die zwar gerne in der Schlagerschublade einsortiert werden, aber eigentlich einem Frank Sinatra, einem Tony Bennett und vor allem einem Roy Orbison näherstehen, von dem Roy Black einen Teil seines Künstlernamens borgte. Seine Konzerte Mitte der 60er-Jahre wiederum erinnerten am Hysterie-Level gemessen eher an die Beatlemania – auch bei Roy Black gab es kreischende junge Frauen, die in Ohnmacht fielen oder sich ihm an den Hals warfen, wenn sie mal nah genug rankamen. 

Dabei ist es eigentlich erstaunlich, dass Roy Black zu einem der größten Schlagerstars unseres Landes wurde. Klar, er hatte das gute Aussehen, die perfekt croonende Stimme, die großen deutschen Schmachtballaden, um Schwiegermuttis Liebling zu werden – aber seine ersten Auftritte als Roy Black and his Cannons waren eben noch reiner, schwitziger, wilder, cooler Rock’n’Roll – und meistens Cover-Versionen von Elvis oder den Beatles. Seinen ersten deutschen Hit „Du bist noch allein“ nahm Roy Black 1965 noch eher widerwillig auf. Der Kölner Produzent Hans Bertram musste ihn regelrecht dazu drängen. Aber Roy Black erkannte die Zeichen der Zeit und merkte, dass ihm das getragene Tempo und die herzergreifenden deutschen Texte mindestens so gut standen, wie seine prächtigen Haare, die ihm in Jugendjahren den Spitznahmen „Blacky“ einbrachten – womit auch der zweite Teil seines Künstlernamens erklärt ist. So folgten bis zur Trennung von Produzent Bertram im Jahr 1974 zahlreiche Schlager-Erfolge wie „Leg dein Herz in meine Hände”, „Frag nur dein Herz“, „Bleib bei mir“, „Dein schönstes Geschenk” und das Duett mit der damals zehnjährigen Anita Hegerland „Schön ist es auf der Welt zu sein“. 

In den 70er-Jahren nahm auch seine Filmkarriere Fahrt auf und Roy Black wurde omnipräsent zum allseits geliebten Kulturgut. Musikalisch ging es mit Hilfe des Produzenten Ralph Siegel ab 1976 weiter, bis ihn Mitte der 80er-Jahre familiäre Probleme und eine zunehmende Alkoholsucht zu schaffen machten. Seine letzten Sternstunden im Rampenlicht hatte Roy Black als Hoteldirektor Lenni Berger in „Ein Schloss am Wörthersee“. Musikalisch bleibt seine Karriere dennoch eindrucksvoll: Bis zu seinem frühen Tod verkaufte Roy Black rund 25 Millionen Schallplatten.

Die neue Best-of-Kollektion „Nie vergessen!“ soll an diesen Menschen und seine Sangeskunst erinnern. Und sie tut das auf bestmögliche Weise, denn alle Songs wurden an einem Ort remastered, der Roy Black besonders am Herzen lag: in den Abbey Road Studios, dem Haus- und Hof-Studio seiner geliebten Beatles.