- Bildquelle: Christoph Köstlin/Starwatch Entertainment © Christoph Köstlin/Starwatch Entertainment

Wie lebt eigentlich der einst „schnellste Geiger der Welt“ David Garrett so? Das erfährt man hin und wieder ganz gut, wenn man @davidgarrettinsta bei Instagram folgt. Hier zeigt sich der gebürtige Aachener David Christian Bongartz, wie er eigentlich heißt, oft recht bodenständig. Da liegen schon mal AC/DC-Schallplatten auf dem Parkett-Boden neben seinem Plattenspieler, oder man sieht ihn in einem netten Frühstücks-Café oder beim Chillen auf einer Parkbank.

Mit seinem neuen Album „Alive – My Soundtrack“ gibt der Stargeiger nun musikalische Einblicke in die Dinge, die er liebt. Oder, um genauer zu sein: Es enthält seine „liebsten Interpretationen großartiger Film-, TV- und Game-Musik aus den letzten Jahrzehnten“, wie er auf seiner Website verrät. Vor allem die letztgenannte Kategorie ist extrem spannend, wird aber leider nur in zwei Stücken angeschnitten: Im Schlussstück der regulären Album-Edition, „Game Rhapsody“, und in der tollen Hommage an eines der besten Computerspiele aller Zeiten: Garrett verneigt sich mit dem „Dance Of The Knights“ vor „Civilization V“, dem legendären Strategiespiel von Gaming-Legende Sid Meier.  

Aber man darf ja auch nicht vergessen, dass David Garrett ein Pop- und Klassikstar mit einem riesigen Publikum ist. Da wären zu viele Ausflüge in die Welt der Computer-Nerds sicher ein wenig rufschädigend auf Dauer. Also gibt es Hits, Hits, Hits – und die hat er schon immer gefunden und in seine eigene Soundwelt entführt. Die Vorabsingle „Stayin‘ Alive“ aus „Saturday Night Fever“ gibt da gut die Richtung vor: Garrett ist beschwingt, funky und geigt mit einer Verve, die selbst den mittlerweile etwas hüftsteifen John Travolta nochmal in die Disco peitschen würde. Mit dem Welthit „Happy“, der offiziell der Titelsong zu „Despicable Me 2” war, bringt er nicht nur die Minions zum fröhlichen Quieken und „Shallow“ aus „A Star Is Born“ lässt wohl jedem das Herz aufgehen. Aber Garrett war bei all dem auch immer ein Freund des Rocks und dessen Spielarten, was hier bei „Paint It Black“ aus dem Antikriegs-Klassiker „Full Metal Jacket“ und bei „Enter Sandman“ von Metallica deutlich wird, dem Titellied seiner liebsten Metallica-Doku „A Year and a Half in the Life of Metallica“. Selbst die Generation Netflix kommt hier auf seine Kosten und wird die italienische Partisanen-Hymne „Bella Ciao“ wohl vor allem aus der Serie „Haus des Geldes“ kennen.

Alles in allem also wieder eine bunte Tüte aus dem Hause Garrett, die Fans begeistern und die unbelehrbaren Hater weiter vergraulen wird. Dabei müssten auch die erkennen, dass Garrett mit seinem unfassbaren Charme, seinem technischen Können und seiner Leidenschaft jedes Original behutsam in seine Soundwelt führt.

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