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Udo Lindenberg ist und bleibt ein Unikat – oder wie er sicher sagen würde: ein Udokat. Der Mann mit Hut und Sonnenbrille hat schon seit Jahren wieder einen ziemlich guten Lauf – und erlebt den zweiten, oder dritten, oder vierten Frühling. Dank toller Alben, Songs mit Clueso und Marteria, großer Touren und dem sehr gelungenen Biopic „Lindenberg! Mach dein Ding“ hat Udo es geschafft, seine alten Fans bei Laune zu halten und neue, jüngere für sich zu gewinnen. Besonders erfreulich an dieser Entwicklung: Inzwischen weiß jeder, dass Udo nicht nur ein charmanter Paradiesvogel ist, sondern auch einer der wichtigsten Rockstars Deutschlands. Seit seinem Debüt „Lindenberg“ im Jahr 1971 hat er daran gearbeitet, deutsche Musik zu entkrampfen und eine eigene Sprache zu finden, die weder nach BRD-Mief noch nach Deutschtümelei klingt. Außerdem war er immer politisch unterwegs, setzte sich für die Friedensbewegung ein, positioniert sich auch heute noch immer vehement gegen Rechts und bewies schon 1983 mit „Sonderzug nach Pankow“, dass politische Lieder zugleich charmant und haltungsstark sein können. Der Hamburger MoPo sagte Udo kürzlich in einem Interview: „Das mit dem Deutsch-Singen kam erst etwas später. Wir sind ja erstmal aufgewachsen mit Jazz und Rock ’n’ Roll, mit englischen Rockbands wie Queen, den Stones und den Beatles. Ich wollte ja, wenn es geht, Weltstar werden. Deshalb hab’ ich gedacht: Mach’s lieber in der internationalen Sprache. Bis ich dann merkte: Englisch ist nicht meine Sprache, da kann ich viele Sachen nicht so rüberbringen wie auf Deutsch.“

 

Zurzeit ist Udo Lindenberg schon wieder in aller Munde. Weil er gerade seinen 75. Geburtstag feierte und weil er sich – oder sein aktuelles Label Warner ihm – die umfassende Werkschau „Udopium“ schenkte. Vier CDs und ein wilder Ritt durch seine Karriere, bei dem man den „König von Scheißegalien“ ebenso trifft wie „Johnny Controlletti“, „Rudi Ratlos“ oder „Lady Whiskey“, das „Boogie-Woogie-Mädchen“ oder das „Mädchen aus Ost-Berlin“.

Zum Release gab es aber auch einige neue Lieder, unter anderem die starke Single „Mittendrin“, in der Udo klar macht, dass er immer noch am Start ist und einiges vorhat. Im Refrain heißt es: „Hey, willkommen mittendrin, schönen Gruß hier aus dem Hurricane / Ich lass' mir frischen Wind endlich wieder um die Nase wehen / Und ich hoffe du weißt, Rock 'n' Roll never dies / Und fragst dich wohin? / Dann springst du von außen nach innen / Und dann willkommen mittendrin.“

Für den frischen Wind sorgte auch ein Stückweit Johannes Oerding, mit dem Udo das Lied schrieb. Udo sagt dazu: „Ich bin gerade mittendrin in der Action und im Experimentellen, andere Grooves auschecken“ So kam er auf: „Johannes Oerding – genial, flexibel und fix, genauso wie ich. Schnell und gut, ein Mann mit Hut!“ Der gibt das Kompliment gerne zurück: „Für jeden deutschsprachigen Songwriter ist es ein Ritterschlag, mit Udo zu arbeiten. Schließlich war er der Auslöser, das Fundament und der Wegbereiter für eine neue deutsche Songsprache. Udo Lindenberg ist für mich und viele Künstler:innen der letzten Jahrzehnte und bis heute eine große Inspiration – aber nicht nur wegen seiner Arbeit im Studio, auf Platten oder auf der Bühne, sondern ganz besonders aufgrund seiner Haltung, seiner Botschaft und seines Mutes als ein Teil unserer Gesellschaft!"

„Mittendrin“ und die – wieder einmal genial betitelte – Werkschau „Udopium“ wecken jedenfalls schon wieder die Freude an seinem Werk und die Hoffnung, ihn vielleicht noch mal auf einer großen Tour live zu erleben.  

Das offizielle Video