- Bildquelle: AFM Records © AFM Records

Wir wissen ja alle, dass eine Frau den Rock’n’Roll erfunden hat – Sister Rosetta Tharpe nämlich, die schon in den Dreißigern mit ihrer Gitarre Dinge anstellte, die damals nicht nur ihr religiöses Publikum schockte. Deshalb nervt es immer noch gewaltig, wenn in Texten über das schwedische Rockphänomen immer wieder besonders laut betont wird, dass hier ja vier Frauen Rockmusik spielen. Thundermother veröffentlichten schon im letzten Jahr ihr viertes Album „Heat Wave“, das sich ganz locker in die Top 10 der deutschen Albumcharts drängelte. Überhaupt lief es in Deutschland für sie von Anfang an gut, wo sie einen ihrer ersten Auftritte übrigens auf dem Wacken spielten. Drummerin Emlee Johansson sagte dem Online-Magazin „Time for Metal“ im Interview: „Der Chart-Erfolg in Deutschland war ein schönes Zeichen der Liebe von unseren Fans. Wir liebes es auch sehr, in Deutschland zu sein, weil wir hier am erfolgreichsten sind.“ Aber auch Schweden habe sie überrascht, weil sie dort zum ersten Mal in ihrer Karriere mit einem Album die Top 10 knackten: „Wir haben lange kein allzu großes Interesse an uns in unserer Heimat gespürt, deshalb ist es schön zu sehen, dass wir auch dort wachsen.“

Es zahlt sich also aus, dass Thundermother über Jahre hart auf Tour und im Studio arbeiteten. Mit einem Sound zwischen L7, AC/DC, Led Zeppelin und Motörhead und vor allem ihrem amtlichen Tour-Pensum, mit dem sie auf der ganzen Welt Fans einsammelten, gelten sie inzwischen zu Recht als einer der spannendsten Rock-Exporte Schwedens. Um die Wartezeit auf ein hoffentlich Ende des Jahres wieder anspringendes Konzertleben zu verkürzen, veröffentlichen Thundermother am 21. Mai noch einmal „Heat Wave“ in einer prall gefüllten Deluxe Edition mit zehn neuen, bisher unveröffentlichten Songs.

Als Vorbote schicken sie die Single „You Can’t Handle Me“ mit einem starken Schwarz-Weiß-Video ins Rennen. Ein breitkreuziger, klassischer Rocksong mit allem, was dazu gehört: Gitarrenbretter, die mal an die Stirn mal an die Ohren knallen. Drumbeats wie Arschtritte. Guernica Mancinis kraftvoll sägende Stimme. Und ein stoischer vorangehender Bass, der diesen genialen Songbrocken bis zum Ende auf starken Schultern trägt.

Das offizielle Video