- Bildquelle: Ronald Reinsberg, Oliver Zeuch © Ronald Reinsberg, Oliver Zeuch

So manchen PR-Boost kann man planen, andere passieren eher unfreiwillig. Im Falle von LaFee fühlten sich in den letzten anderthalb Jahren viele Facebook-User, TikTok-Nutzerinnen und Twitter-Witzbolde an ihren Goth-Pop-Song „Virus“ vom Debütalbum „LaFee“ aus dem Jahr 2006 erinnert. Eigentlich ein klassischer Rachewunsch an die vermeintlich beste Freundin, die den eigenen Freund weggeschnappt hat, war „Virus“ schon damals ein faszinierendes Stück Musik. Nach einem verträumten Einstieg mit Pianospiel und sanftem Gesang, kippen Musik und Text plötzlich in einen böse brummenden Rockstampfer, in dem LaFee singt: „Was soll sein? Ich hau dir eine rein! Ich wünsch dir einen Virus! Ich wünsch dir fiese Pickel ins Gesicht!“ Das hatte natürlich überhaupt nix mit dieser blöden Pandemie-Situation zu tun, aber mancher Fan von damals hatte wohl auf einmal große Freude daran, den Song zu teilen. Und fand dann sicher auch wieder Freude an „Prinzesschen“ und „Heul doch“, in denen LaFee ebenso hart austeilt.

Das Forsche und Freche will sich LaFee nun auch bei ihrem Comeback bewahren. Zumindest textlich – denn musikalisch zielt sie recht eindeutig auf das Grenzgebiet zwischen Schlager und Pop. Das merkte man zuerst bei ihrem Weihnachts-Beitrag „Hand in Hand“, den sie mit Thomas Anders, Eloy de Jong und Giovanni Zarrella sang. Die erste Single aus ihrem neuen Album „Zurück in die Zukunft“ war dann eine eingedeutschte Version von Madonnas „Material Girl“. La Fee singt darin: „Mancher liebt mich, mancher hasst mich, ich find das OK / Wem das nicht passt, was ich gerade mach, der tut mir nicht weh / Früher hab ich mich verstellt und wollte nur gefallen / Damit ist jetzt Schluss für immer, lass die Korken knallen!“

Tatsächlich atmen die 15 Songs auf „Zurück in die Zukunft“ das Flair einer gelungenen 80er-Party, auf der die Schampusflaschen-Korken knallen. „Für immer jung“ („Forever Young“) klingt frisch rausgeputzt wie eh und je, aus „Big In Japan“ wird „Japan ist weit“ und LaFees „Herz aus Glass“, das sie von Blondie gebort hat, schillert bei ihr ganz wundervoll im Licht der Discokugel.

Die dritte Singleauskopplung „Rock me Amadeus“ singt LaFee gemeinsam in einem virtuellen Duett mit Falco. So darf sie als erste Künstlerin die Originaltonspuren des Sängers nutzen. Die 30-Jährige verpackt den Nummer Eins Hit aus dem Jahr 1986 so in ein modernes Klanggewand, ohne den lässigen Proto-Rap des Originals zu verlieren.

Doch das erste Studioalbum seit über 9 Jahren kommt nicht nur mit All-Time Favorites aus den 80ern und 90ern daher. Auch eigene, neue Songs finden sich auf „Zurück in die Zukunft“. Das Album enthält also die perfekte Mischung zwischen Neuem und Vertrautem – sowohl musikalisch als auch stimmlich.

Offizielles Video