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Manch einer erinnerte sich in den letzten 12 Monaten an einen forschen Hit von LaFee aus dem Jahr 2006. Die Single, die ihren frühen Ruhm als Teenie-Star mit Gothic-Einschlag in Gang setzte, hieß nämlich „Virus“. Eigentlich ein klassischer Rachewunsch an die vermeintlich beste Freundin, die den eigenen Freund weggeschnappt hat, war „Virus“ ein faszinierendes Stück Musik. Nach einem verträumten Einstieg mit Pianospiel und sanftem Gesang, kippen Musik und Text plötzlich in einen böse brummenden Rockstampfer, in dem LaFee singt: „Was soll sein? Ich hau dir eine rein! Ich wünsch dir einen Virus! Ich wünsch dir fiese Pickel ins Gesicht!“ Das hatte natürlich überhaupt nix mit der jetzigen Pandemie-Situation zu tun, aber mancher Fan von damals hatte wohl auf einmal große Freude daran, den Song zu teilen. Und fand dann sicher auch wieder Freude an „Prinzesschen“ und „Heul doch“, in denen LaFee ebenso hart austeilt.

Das Forsche und Freche will sich LaFee nun auch in ihrem Comeback bewahren. Zumindest textlich – denn musikalisch zielt sie recht eindeutig auf das Grenzgebiet zwischen Schlager und Pop. Das merkte man zuerst bei ihrer Weihnachts-Kollaboration „Hand in Hand“, die sie  mit Thomas Anders, Eloy de Jong und Giovanni Zarrella sang. Nun erscheint der Vorbote aus ihrem neuen Album, das sie mit Christian Geller produzierte, der auch gerade am Comeback der No Angels mitwirkt. LaFee wird allerdings keine eigenen Songs im strengen Sinne präsentieren, sondern eingedeutschte Versionen bekannter Hits von Abba bis Madonna. In einem ersten Statement zur neuen Arbeit sagte sie: „Zwischen meiner ersten Single und heute liegen fast zwei Jahrzehnte. Ich bin erwachsen und wollte musikalisch nicht einfach an diese Zeit anknüpfen. In den bekannten, neu interpretierten Songs werden sich hoffentlich viele Menschen nicht nur an bestimmte Momente in ihrem Leben erinnern, sondern vielleicht auch LaFee wieder für sich neu entdecken. Ich freue mich sehr auf die Veröffentlichung und hoffe, die Songs dann bald live spielen zu können.“

Los geht es mit „Material Girl“ von Madonna, das sie auf sehr charmante Weise vereinnahmt. So beginnt LaFees Version mit den Zeilen: „Mancher liebt mich, mancher hasst mich, ich find das OK / Wem das nicht passt, was ich gerade mach, der tut mir nicht weh / Früher hab ich mich verstellt und wollte nur gefallen / Damit ist jetzt Schluss für immer, lass die Korken knallen!“ Eine gute Bestandsaufnahme – und eine gesunde Einstellung für ein Comeback.

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