Vom Spinner zum Gewinner

Gerhard Kopp - Grip One

Alter

26

Wohnort

Saulheim

Unternehmen/Idee

Die gripOne GbR entwickelt innovative Alltagsgegenstände und -lösungen

Webseite

www.grip-1.de

Wie kamst Du auf die Idee zu Deinem Geschäft, was gab Dir die Inspiration dafür?

Die Grundidee zu gripOne spukt mir schon im Kopf herum, seit ich vor etwa 7 Jahren in meine erste eigene Wohnung gezogen bin. Beim Einkaufen zu Fuß wird ja der Heimweg gefühlt viel länger, wenn man Schweres tragen muss - und dann kauft man zum Beispiel nur zwei Flaschen Wasser, obwohl ein Sechserträger viel sinnvoller wäre. Das Problem kennt wirklich jeder, die Tüten schneiden ein, man wechselt dauernd die Hand, macht Pausen und setzt ab ... Und dann hab ich mir vorgestellt, wie man diese Schlepperei auch komfortabel und schmerzlos erledigen kann. Ich habe mich mit 19 Jahren aber noch nicht getraut, mit dieser Idee selbstständig zu werden. Dazu war erst die Begeisterung von Achim der entscheidende Impuls.

 

Was sind die größten Herausforderungen bei der Umsetzung?

Am schwierigsten war die Anfangsphase. Mit wenig Kapital ein serienreifes Produkt auf die Beine zu stellen, erfordert viel Geduld. Welches Material ist geeignet? Welche Produktionsverfahren gibt es? Und natürlich: Können wir gripOne zu einem Preis produzieren, der für Kunden attraktiv ist? Aber jetzt wissen wir, dass sich die vielen Nächte der Recherchen und Kalkulationen gelohnt haben.

 

Was gibt Dir den Mut zur Umsetzung? 

Erst einmal natürlich das Vertrauen in gripOne. Ich glaube, wir haben da wirklich ein Produkt, auf das die Leute warten. Persönlich inspiriert mich meine Mutter. Sie stammt aus der Türkei und hat sich auch mit ganz geringem Startkapital als Fotografin selbstständig gemacht. Jetzt ist sie überregional bekannt und sehr erfolgreich. So einen Karriereverlauf wünsche ich mir natürlich auch.

 

Gibt es einen Plan B? Wie sieht der aus?

Ein Unternehmen zu gründen und ein neues Produkt zu vermarkten, erfordert große Hingabe. Da ist für einen Plan B gar kein Platz. Und ganz ehrlich, wer einen Plan B hat, ist nicht zu 100 % von seiner Idee überzeugt und gibt vielleicht schon angesichts der ersten Schwierigkeiten auf. Ich will nicht darüber nachdenken, was ich mache, wenn meine Idee kein Erfolg wird, sondern darüber, was ich machen kann, damit gripOne erfolgreich ist.

 

Was ist wichtiger, das Herzblut oder der Geschäftssinn?

Man braucht beides. Ohne Herzblut fehlt die Leidenschaft für das Produkt und das Unternehmerdasein. Aber ohne eine vernünftige Kalkulation nützt einem auch der ganze Enthusiasmus nichts.

 

Gibt es überhaupt noch Marktnischen für neue Geschäftsmodelle?

Natürlich. Deutschland ist als "Patenteuropameister" besonders innovationsfähig, aber auch in anderen Ländern werden Marktnischen entdeckt oder neue Märkte kreiert. Man muss ja nicht gleich die ganze Welt verändern. Aber wenn man wie wir vielen Menschen einen alltäglichen Vorgang deutlich erleichtert, ist das auch schon eine kleine Revolution.

 

Wie finanzierst Du Deine Idee?

Ich habe zum Glück einen aktiven Investor und Geschäftspartner finden können, der meine Idee voll finanziert.

 

Hast du einen ultimativen Tipp für neue Projekte?

Das ist schwierig. Natürlich soll man sich erstmal von der eigenen Begeisterung führen lassen. Aber dann kommt der Punkt, an dem man von außen auf die Idee schauen und sich fragen muss: Braucht das jemand? Da hilft auch Feedback von vertrauten Personen. Nehmen wir als Beispiel gripOne: Jeder kennt das Problem, das wir lösen. Wir müssen nicht erst ein Bedürfnis wecken, es ist schon da. Und was die tägliche Arbeit angeht kann ich nur raten, sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen. Die kommen garantiert, aber man kann daraus lernen.

 

Wer hat an Dich geglaubt?

Man muss erst einmal an sich selbst glauben. Die beste Idee ist nichts wert, wenn man halbherzig an die Umsetzung herangeht. Wenn es dann positive Reaktionen aus der Verwandtschaft und von Freunden und Bekannten gibt, baut einen das natürlich zusätzlich auf.

 

Wer hat am meisten an Deiner Idee gezweifelt? Warum?

An der Grundidee hatte niemand Zweifel. Aber in der Anfangs- und Produktentwicklungsphase gab es regen Meinungsaustausch und viel konstruktive Kritik. Die habe ich in die Produktentwicklung einfließen lassen, bis auch der wirklich letzte Kritiker überzeugt war. Und ab dann war gripOne fertig zur Serienproduktion. Die nächsten Kritiker sind die Kunden. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass auch sie keine Zweifler sind.

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