Mein Lokal, Dein Lokal
Fr 29.01.2016, 17:55

"Excalibur", Hannover

"Seid gegrüßt und tretet ein in die Hallen des 'Excalibur' zu Hannover!" Am Finaltag bietet Werner Eggert (60) seinen Gästen ein Restauranterlebnis der besonderen Art: Wie im dunklen Mittelalter wird hier ohne Besteck und bei Kerzenlicht diniert. Mit deftiger Hausmannskost, selbstgebackenem Brot und Wurst aus eigener Herstellung will Werner am letzten Tag das Restaurant-Battle für sich entscheiden.

Das Lokal lässt das düstere Mittelalter bereits seit 14 Jahren wieder aufleben und bietet sowohl allen Mittelalter-Fans, als auch Schaulustigen die besondere Atmosphäre längst vergangener Jahrhunderte. Der Laden befindet sich komplett im Keller, unter anderem in einer umgebauten Kegelbahn. Es gibt kein elektrisches Licht, keine Fenster, kein Besteck oder Servierten – die Besucher sollen sich wie die "Barbaren" im Mittelalter fühlen. Wer nach dem Besteck fragt, kommt in den mobilen Kerker. Höchstens Holzlöffel kommen auf den Tisch.

Der Name des Ladens ist an das mythische Schwert des Königs Artus angelehnt. Es wird angenommen, dass es sich bei dem legendären Excalibur um ein Schwert keltischer Herkunft handelt, da Artus als christlicher Kelte (und nie als Römer) beschrieben wird und das Schwert der Legende nach auf der sagenumwobenen Insel Avalon geschmiedet wurde.

Nicht im TV zu sehen: Der Gastgeber zeigt das "Excalibur"

Das 300qm große Restaurant ist in 4 Bereiche unterteilt: Ritterschänke, Artus-Gewölbekeller, den Kurfürstensaal und die Black Pearl. Außerdem gibt es die Avalon-Bar, in die die Gäste nach dem Essen geschickt werden, wenn nicht mehr so viel los ist. Man kann die Bar jedoch auch einfach so besuchen. Im "Excalibur" kann nur online oder per Telefon vorreserviert werden. Besonders beliebt ist es bei den Hannoveranern für Firmen-, Geburtstagsfeiern oder Junggesellenabschiede.

Abgesehen vom Essen und der Atmosphäre bekommen die Gäste Unterhaltung in Form von Minnesang-Sängern, Musikern oder Tänzern geboten. Diese müssen sie allerdings dazu buchen. Die Gäste werden auch selbst zum Teil der Mittelalter-Inszenierung, denn sie bekommen Mittelalter-Gewänder umgeworfen und mindestens drei Menschen einer Gruppe haben eine gewisse Rolle am Tisch zu erfüllen. Es gibt dann immer einen Tischvogt, einen König und eine Königin.

Das "Excalibur" hat keine Speisekarte im ursprünglichen Sinne, denn die Gäste sollen sich zwischen verschiedenen "Gelagen" entscheiden. Diese unterscheiden sich an der Größe, bzw. Menge der Speisen und Gerichte, sowie Getränke. Die Gruppen sollen sich bereits bei der Reservierung bereits für ein Gelage entscheiden, denn nur danach richtet sich der Geschäftsführer Werner. In diesem Restaurant wird von der Wurst über das Brot alles selbst zubereitet. Die Gerichte sind üppig und sehr fleischhaltig. Werner arbeitet in seinem Laden vor allem mit einem Konvektomaten. Damit ist ein Heißluftofen gemeint, der zusätzlich zur Funktion eines Umluft-Backofens auch Dampf oder Heißdampf erzeugt. Das Gerät eignet sich hierdurch sowohl zum schonenden und schnellen Garen von Gemüse und Kartoffeln, als auch zum Braten und Schmoren von Fleisch und zum Backen.

Lage

Der Stadtteil Bemerode zählt mit rund 17.400 Einwohnern zu den größten der Landeshauptstadt Hannover. Er ist in den letzten Jahren durch die Erschließung des Neubaugebietes auf dem Kronsberg im Rahmen der Weltausstellung Expo 2000 überproportional gewachsen. Dennoch hat sich der 1204 erstmal namentlich erwähnte und 1974 eingemeindete Ort Bemerode seine dörfliche Vergangenheit bewahrt. Im alten Ortskern liegt heute noch das Gut der Familie von Graevemeyer und das Rittergut Bemerode II der Familie Mörlins. Die meisten Hofstellen werden aufgrund der fortschreitenden Bebauung des Umlandes kaum noch landwirtschaftlich genutzt.

Bemerode ist an das Stadtbahnnetz von Hannover angeschlossen und verfügt über eine ausgezeichnete Infrastruktur hinsichtlich lokaler Einkaufsmöglichkeiten des Einzelhandels. Der unbebaute Teil des Kronsberges und angrenzende Waldgebiete dienen der Naherholung. Örtliche Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr, der Schützenverein und der TSV Bemerode pflegen das Gemeinschaftsleben.

Preise

Im "Excalibur" gibt es keine Speisekarte im ursprünglichen Sinne, sondern 5 verschiedene Gelage. Das günstigste und kleinste ist das Gemeinengelage für bis zu 15 Personen mit 25,-€ pro Person. Darin enthalten ist Gewürzbrot mit hausgemachten Aufstrichen als Vorspeise, eine gemischte Fleischplatte und zum Schluss einen Schnaps.

Das Untertanengelage kostet 40,-€ pro Person, kann von Gruppen ab 15 Personen bestellt werden und hat im Gegensatz zum Gemeinengelage noch die Getränke für zwei Stunden inklusive. Beim Rittergelage für 50,-€ pro Person, kommen noch weitere Fleischspezialitäten, wie Kapaune dazu, ein Nachtisch in Form von Gebäck, außerdem noch eine Flasche Weißwein und ein Verdauungschnaps. Nach Wunsch ist auch ein ganzes Schwein für 90,-€ zu haben, sowie ein Fass Bier für 50,-€. Dann kommt das Fürstengelage für 60,-€ , da gibt es als zusätzliche Vorspeise noch einen ganzen Lachs, sowie weiter Fleischspezialitäten.

Das teuerste Gelage ist das Königsgelage mit 85,-€ pro Person, da kommt noch eine größere Auswahl an Fisch für die Vorspeise, Geflügel zusätzlich zur Hauptspeise, außerdem noch Obst, Käse als Dessert und eine eigene Flasche Schnaps für den König am Tisch. Also satt werden in diesem Mittelalter Restaurant wirklich alle. Die Gelage sind allerdings für eine bestimmte Stundenanzahl immer reserviert. So ist das Gemeinengelage nicht begrenzt, das Untertanengelage dauert allerdings nur zwei, das Ritter- und Fürstengelage drei und das Königsgelage vier Stunden.

Gastgeber

Der 60-jährige Werner Eggert hat in seinem Leben schon einiges ausprobiert und sich beruflich immer wieder verändert. Zuerst war er Jungbergmann mit Sprengschein, zusätzlich hat er eine Ausbildung zum Fleischer und später zum Verkäufer gemacht. Seit 1992 war er nebenbei immer in der Gastronomie tätig – hatte ein Schützenheim und ein Sportlerheim. Als er 1999 mit einer dicken Abfindung aus dem Bergbau ausgeschieden ist, hat er schließlich 2000 das Excalibur eröffnet. Werner hat zwar keine Kochausbildung, aber dass er gelernter Fleischer ist, bringt ihm bei seinen Gerichten viel mehr. Trotzdem hat sich Werner schon immer sehr für die Küche interessiert. Seine Mutter ist Wienerin, weshalb er eine Affinität zur österreichischen Küche hat. Generell ist er aber allen möglichen Geschmacks- und Kochrichtungen gegenüber aufgeschlossen und lernt dazu.

Werner ist ein progressiver, dynamischer, begeisterungsfähiger, aber dennoch sachlicher Mensch. Er steht immer unter Strom und will sich immer weiter entwickeln. Mit viel Biss und Eifer hat er es geschafft, dass sein Restaurant seit Jahren so erfolgreich läuft. Darauf ist er sehr stolz, allerdings hat er es nicht nötig damit anzugeben – das mag und braucht er nicht. Er ist sehr direkt und hat kein Problem damit Kritik zu äußern, allerdings bleibt er auch fair dabei. Mit konstruktiver Kritik ihm gegenüber hat er kein Problem, denn das schützt davor still zu stehen und sich nicht weiter zu entwickeln.

Mit seiner Ehefrau Maritta, die er bereits nach drei Monaten Beziehung geheiratet hat, teilt er gemeinsam die Leidenschaft für das Mittelalter. Die gemeinsame Tochter Morgaine wurde nach einer Hauptfigur des Buches "Die Nebel von Avalon" (1982, Artussage) benannt. Da Werner und seine Ehefrau beide im Restaurant "Excalibur" eingespannt sind, fahren sie auch nie in den Urlaub. Aber wenn etwas Freizeit vorhanden sein sollte, treibt sich das seit 39 Jahren verheiratete Ehepaar auf Mittelaltermärkten rum.

Kontakt

Excalibur
Bemeroder Rathausplatz 1
30539 Hannover
Tel.: 0511-525655
info@excalibur-hannover.de
www.excalibur-hannover.de

Mehr Episoden im Episodenguide

Schon gesehen?

Kommentare

Facebook