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Mi 17.02.2016, 17:55

Der beste Borschtsch

Andreas C. Studer und seine Jurorenkollegen suchen heute die beste Borschtsch-Suppe von Berlin. Es treten an: Das "Weimarer Dreieck" mit deutsch-polnisch-französischer Küche, das polnische Bistro "Filafood" im Friedrichshainer Kiez und das Lokal "Grüne Lampe", welches eine russisch-deftige Küche anbietet. Welche der drei Suppen kann den hohen Ansprüchen unserer Fachjury genügen? Welcher Gastronom bekommt die meisten Punkte und wird mit dem Gewinnerteller gekrönt?

Die Restaurants

Weimarer Dreieck
Essener Straße 19
10555 Berlin
Tel.: +49 30 63375791

Dorota „Dori“ Hahn (Köchin, 50)

Am zweiten Tag des Borschtsch-Tests geht es nach Berlin Moabit, einem Ortsteil von Berlin Mitte. Seit 3 Jahren führt Dori mit ihrer Tochter Wioleta und ihrem Mann Thomas das 70m² große Weimarer Dreieck. Die Karte enthält französische, deutsche und polnische Gerichte, die Dorota den Gästen in ihrer heimeligen Wohnzimmeratmosphäre kredenzt.

Lage

Das Lokal liegt in einer Seitenstraße der Wohngegend Moabits, angrenzend an Tiergarten. In der Nähe einer technischen Schule und eines Kinderspielplatzes, ist das Lokal prädestiniert für familiäre Kundschaft.  Moabit ist von der Spree, dem Spandau Kanal und dem Charlottenburger Verbindungskanal umringt und somit eine Art „künstliche“ Insel.

Besonderheiten

Der Name Weimarer Dreieck beruht auf das Komitee zur Förderung der deutsch-polnisch-französischen Zusammenarbeit, das 1991 einberufen wurde.

Das familiengeführte Lokal besticht mit einem warmen Ambiente: Bilder von französischen Straßen hängen an Backsteinwänden, Kerzen stehen im Kamin. Es gibt Sessel zum Verweilen bei einem guten Glas Wein und einem schönen Buch, sowie Tische im dunklen Holz für Abende mit Speis und Trank.

Falls man so sehr ins Schlemmen kommt, dass man für den Heimweg zu faul ist, kann man sich auch eine Ferienwohnung mieten. Dorota vermietet diese ebenfalls direkt nebenan. Vor allem die polnischen Gerichte sind der Gastgeberin eine Herzensangelegenheit.

Gastgeberin

„Dori“ ist eine verrückte Nudel, die mit Liebe und Leidenschaft arbeitet. Die gelernte Verkäuferin hat sich das Kochen selbst angeeignet. Mit ihrem Mann hat sie vorher ein gemeinsames Lokal geführt  und sich vor 3 Jahren dann selbstständig gemacht. Täglich geht sie einkaufen, weil sie viel Wert auf Frische legt.

Filafood
Grünberger Str. 17
10243 Berlin
Tel.: 0176 67614134

Dorota „Doro“ Schilling , 34, Köchin

Ein polnisches Bistro: sympathische, authentische und simple Küche. Das ist das Konzept vom Filafood. Dorota und ihr Mann rocken gemeinsam seit zwei Jahren das kleine Lokal mit 12 Sitzplätzen. Die 2 Mann starke Kombo teilen sich Service und Küche. Neben der Borschtsch-Suppe bietet das kleine Lokal viele hausgemachte Speisen wie Schweinebraten mit Pflaumen, polnische Bigos und eine große Auswahl an Piroggen; gefüllte Teigtaschen, die zu den bekanntesten Gerichten Polens zählen.

Lage

Das kleine Lokal liegt direkt im Friedrichshainer Kiez. Das bunte Viertel erinnert an das alte Kreuzberg vor 20 Jahren mit seinen Klubs und Bioläden. Es ist der Anlaufpunkt für das Partyvolk Berlins. Ein Magnet für junge Leute und Touristen. Genau richtig für das kleine Filafood, denn die polnische Bistroküche passt zu diesem internationalen Multikultiflair.

Besonderheiten Preise

Doro und ihr Mann kochen mit Rezepten von der polnischen Großmutter. Alles kommt aus eigener Herstellung und wird nach eigener Aussage mit viel Liebe gekocht. Passend zu Berlin und dem Viertel sind die Preise günstig. Nichts kostet mehr als 7,90 Euro. Die gefüllten Teigtaschen kosten 5 Euro und das Rindergulasch mit Kartoffelklößen 6,90 Euro. Noch günstiger wird es bei den Suppen. So kostet die Borschtsch nur 3,50. Diese wird hier angeboten als klare Suppe mit kleinen gefüllten Teigtaschen.

Gastgeber

Doro ist die helfende Hand von ihrem Mann, der der Inhaber und Geschäftsführer vom Filafood ist. Die ausgebildete Historikerin und Archivarin ist eigentlich ein Quereinsteigerin in der Gastronomie. Die polnische Küche liegt ihr aber im Blut. Nebenbei macht sie gerade eine Ausbildung zur Steuerfachangestelltin. Die Idee zum Lokal hatte ihr Mann, der ist Konditor und wollte immer ein kleines eigenes Lokal haben. Doro ist dann mit eingestiegen und hilft wo und wann sie kann.

Grüne Lampe
Uhlandstraße 51
10719 Berlin

Julia Gutsch, 52 Jahre, Geschäftsführerin

Soldaten und Panzer in der Ostukraine – Pelmeni, Volkslieder und Wodka in Berlin. Die “Grüne Lampe” in Charlottenburg zeigt, dass es auch anders geht: In dem Restaurant feiern und arbeiten Russen und Ukrainer gemeinsam. Trotz Krieg! Seit elf Jahren führt Julia ihr Lokal und bringt alle an einen Tisch. Mit der grünen Lampe beruft sie sich auf eine alte Tradition: In den Zwanzigerjahren eröffnete in St. Petersburg ein elitärer Club, die „Seljonaja Lampa“, zu deutsch: „Grüne Lampe“, in dem zahlreiche Intellektuelle, Künstler und Adlige verkehrten und gegen das autokratische Zarenregime rebellierten. Nicht nur debattiert wurde hier, sondern vor allem gut gegessen und getrunken.

Lage

Willkommen in Charlottengrad. Das Restaurant liegt in der Nähe des Kudamms und die Gegend hier wurde wegen ihrer vielen Ostbewohner schon in den 20 Jahren so genannt. Hierher kommen aber auch Menschen aus alles Welt, um die besondere Mischung zu erleben. Etablierte Fachgeschäfte und Boutiquen, Kneipen und Restaurants, die längst Berliner Institutionen sind. So entspannt und südländisch das Flair der Tagesstunden ist, so großstädtisch trubelig wird die Atmosphäre im Ludwigkirch-Kiez am Abend.

Besonderheiten

Generell ist die russische Küche üppig und deftig, mit einem leicht säuerlichen Charakter. Bekannte Spezialitäten sind die Suppe Borschtsch, Bliny oder Piroggen. Und natürlich Wodka und Kaviar. Im „Café Grüne Lampe“ gibt es das alles, aber noch viele weitere Gerichte, die hierzulande kaum geläufig sind. Preislich liegen die Hauptspeisen im mittleren Segment. Angefangen bei 8 Euro für 12 Pelmeni mit Crème fraîche bis 15,50 Euro für das Boeuf Stroganoff. Die Borschtsch gibt es hier schon für 6,50 und wird mir Schmand serviert.

Gastgeberin

Julia ist eine Quereinsteigerin durch und durch. Studiert hat sie Kunstgeschichte an der staatlichen Kunstakademie in Leningrad. Nach dem Studium kam sie nach Berlin und fand keinen passenden Job und find so an in einem Reisebüro zu arbeiten. Nach sechs Jahren hatte sie genug davon und beschloss am 30. April 2005 das russische Restaurant Grüne Lampe zu eröffnen.

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