Die Wildnis und ich

Papua Neuguinea

Gress in Papua Neuguinea9
© kabel eins

kabel eins: In Papua gibt es eine sehr große Sprachvielfalt. Hast Du davon etwas gespürt? Wie hat die Kommunikation vor Ort geklappt?

Richard Gress: Es soll alleine auf Papua Neuguinea über 800 verschiedene Sprachen und Dialekte geben. Dabei ist West Papua, der indonesische Teil, nicht mitgerechnet. Die Volksgruppen auf Papua Neuguinea müssen selbstverständlich auch untereinander kommunizieren, deshalb hat sich während der Kolonialzeit eine spezielle Amtssprache entwickelt. "Tok Pisin" ist sehr stark ans Englische angelehnt, die Aussprache hat sich zwar im Laufe der Jahre extrem verändert und es kamen sehr viele lokale Vokabeln hinzu, aber mit etwas Übung kann man die Sätze recht gut verstehen. Sogar in entlegenen Gebieten findet man immer wieder Menschen die diese Universalsprache beherrschen.

kabel eins: Welche Ureinwohner Papua Neuguineas hast Du dort treffen können?

Richard Gress: In einem Land mit über 800 Stämmen und Volksgruppen trifft man ständig neue Ethnien. Wir suchten allerdings speziell nach Menschen die noch sehr traditionell leben. Besonders beeindruckt haben mich die Aguta, denn über dieses Volk hatte ich noch nie etwas gelesen oder gehört. Die erste Begegnung mit diesem Naturvolk war beeindruckend und beängstigend zugleich. Auch die Zeit bei den Huli hat mir sehr gut gefallen, leider kam es während unserer Reise dorthin zu extremen Stammeskriegen und Auseinandersetzungen verfeindeter Clans, deshalb konnten wir nicht lange bleiben. 

kabel eins: Was würde passieren, wenn man einen dieser Menschen mit in eine deutsche Großstadt bringen würde?

Richard Gress: Keine Ahnung, wahrscheinlich hätte er schiss und den meisten deutschen Großstädtern ginge es ähnlich. Natürlich nur wenn er seine Stammes-Tracht tragen würde, mit Knochen durch die Nase und Narbentätowierung. Vielleicht würde er sogar zu einer Art Trendsetter und wäre im Handumdrehen ein "You-Tube-Star". 

kabel eins: In Papua soll es kriegerische Stämme geben, die z.T. auch Kannibalismus betreiben. Hattest Du deshalb Bedenken?

Richard Gress: Jahrelang lebte ich bei einem Naturvolk das als eines der gefährlichsten ganz Afrikas verschrien war. Ich habe sehr viel Erfahrung mit kriegerischen Stämmen, deshalb machte ich mir keine Sorgen. Auch die Gerüchte bezüglich des Kannibalismus kümmerten mich nicht, es wird viel erzählt und am Ende sieht die Realität doch ganz anders aus. Als ich jedoch im Regenwald Papua Neuguineas verschiedene Leichen, Mumien und Skelette entdeckte, kamen mir gewisse Zweifel. Wir wurden von bewaffneten Stammeskriegern bedroht und für eine Weile sah es so aus, als könnte dies unsere letzte Expedition gewesen sein. 

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