Die besten Filme aller Zeiten

Western unpatriotisch:

Zwölf Uhr mittags

"HIGH NOON" - WESTERN / USA, 1952. REGIE: FRED ZINNEMANN.

Zwölf Uhr mittags
Gary Cooper und Grace Kelly in einer Filmszene aus "Zwölf Uhr mittags". © dpa

In " Zwölf Uhr mittags " tickt die Uhr unbarmherzig für Sheriff Gary Cooper . Eine Gangsterbande hat sich im Westernkaff Hadleyville angekündigt, um mit dem örtlichen Gesetzeshüter abzurechnen. Coopers Versuch, unter den Einwohnern Hilfe zu finden, scheitert kläglich.

Sein Gesicht (immer in Großaufnahme) ist aber nicht nur so besorgt, weil ihm die Zeit langsam wegläuft. Super-Star Cooper hat während der Dreharbeiten ein offenes Magengeschwür und muss sein Missbehagen nicht wirklich spielen.

Krämpfe kriegen nach der Premiere von  Fred Zinnemanns Klassiker auch die Patrioten unter Amerikas Kinopublikum. Dass Cooper nach bestandenem Showdown seinen Sheriff-Stern in den Dreck wirft - und damit den braven Bürgern in einer simplen Geste klarmacht, was er von ihnen hält, ist ungeheuer. Hardliner rufen zum Boykott des Films auf.

Und auch Western-Legende John Wayne beklagt "High Noon" als zutiefst unpatriotisches Abbild des Wilden Westens. Trotzdem nimmt er 1953 Coopers Oscar für "High Noon" stellvertretend für seinen Kollegen entgegen.

Weiterlesen: 

Ein Kuss erregt die Sittenwächter: "Verdammt in alle Ewigkeit" (1953)

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