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Donnerstag: Geburt per Kaiserschnitt

Folge 24 Staffel 1

Linda und Christians Baby soll per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden. Die Vorfreude ist groß, doch der Eingriff ist nicht ungefährlich.

03.03.2016 18:55 | 25:28 Min | © kabel eins

Kaiserschnitt auf Wunsch: Vor- und Nachteile

Ob aus Angst vor den Geburtsschmerzen oder anderen Gründen: Immer mehr Schwangere wünschen sich einen Kaiserschnitt. Doch reicht der bloße Wunsch aus und ist das wirklich so gut, wenn aus medizinischer Sicht nichts gegen eine natürliche Entbindung spricht? Wir haben alle Pros und Cons einmal zusammengestellt.

Kaiserschnitt liegt im Trend

Jede dritte Geburt ist heute ein Kaiserschnitt. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl damit verdoppelt. Was früher nur im Notfall gemacht wurde, liegt heute fast schon im Trend, denn immer mehr Frauen ziehen einen Kaiserschnitt stundenlangen Wehen, Ängsten und eventuellen Verletzungen im Genitalbereich vor – nicht nur in Hollywood. Dabei dürfen Wunschkaiserschnitte strenggenommen gar nicht durchgeführt werden, denn diese werden von den Krankenkassen nicht bezahlt. Doch weiche Faktoren wie erhöhter Blutdruck, Alter der Mutter und schlechte Erfahrungen bei Geburten im Bekanntenkreis reichen als Grund für die Geburt per OP oft schon aus. Letztlich liegt die Entscheidung also doch bei jedem selbst.

Darum wünschen sich viele Frauen einen Kaiserschnitt

1. Die Erzählungen von Dammrissen, anschließender Inkontinenz und geringerer Empfindsamkeit beim Sex geistern wie ein Schreckgespenst durch den Kreis der werdenden Mütter. Für viele Grund genug, einen Kaiserschnitt vorzuziehen und den eigenen Genitalbereich zu schützen. Denn bei einer natürlichen Geburt wird der Beckenboden stark beansprucht und kann so an Spannung verlieren. Dieses Risiko ist vielen zu hoch.

Operationsbesteck liegt während eines Kaiserschnitts im OP
Die bessere Planbarkeit eines Kaiserschnitts ist ein Vorteil, denn der Termin für den Eingriff steht meist schon viele Wochen vor der Geburt fest. © dpa

2. Nicht weniger abschreckend sind Berichte über stundenlange Wehen und furchtbare Geburtsschmerzen. Weil es einfacher ist, schneller geht und aufgrund der Betäubung nicht schmerzhaft ist, entscheiden sich immer mehr Schwangere für einen Kaiserschnitt. Hinzu kommt die Unsicherheit vieler Frauen über den Ablauf einer natürlichen Geburt und darüber, ob sie das Ganze durchstehen würden.

3. Wann kommt das Baby endlich? Das würden alle Eltern gern wissen. Doch wann die Fruchtblase platzt und sie ihren kleinen Schatz in den Armen halten können, lässt sich nur schwer auf den Tag genau voraussagen. Nicht so beim geplanten Kaiserschnitt. Hierfür gibt es ein festes Datum und das Ganze dauert selten länger als eine Stunde.

4. Bestimmte Risiken für das Baby wie Schädel- oder Schlüsselbeinbruch und akuter Sauerstoffmangel können bei einem Kaiserschnitt so gut wie ganz ausgeschlossen werden.

Darum raten Ärzte und Hebammen von einem Wunschkaiserschnitt ab

Baby bei der Geburt durch Kaiserschnitt
Ein Kaiserschnitt ist eine richtige OP mit allerlei Risiken und Nebenwirkungen – die Entscheidung dafür sollte daher nicht leichtfertig getroffen werden. © dpa

1. Viele werdende Mütter unterschätzen das Risiko des Eingriffs, denn immerhin handelt es sich um eine Bauchoperation, die sowohl für die Mutter als auch fürs Baby gefährlich werden kann, sollte es zu Komplikationen kommen. Von der großen Narbe, die anschließend den Unterbauch ziert, einmal ganz abgesehen.

2. Und auch wenn während der Geburt oft keine Unannehmlichkeiten auftreten – hinterher drückt die Narbe auf das Schambein, was zu erheblichen Schmerzen führen kann. Auch Entzündungen, längere Liegezeiten im Krankenhaus, Probleme beim Aufstehen und beim Tragen des Babys sind nicht selten. Gut zu wissen: Bis die Narbe vollständig verheilt ist, dauert es mindestens sechs Wochen.

3. Auch bei weiteren Schwangerschaften kann die Narbe Probleme bereiten – vor allem, wenn dann eine natürliche Geburt gewünscht wird. Das Risiko für einen Gebärmutterriss ist dann erhöht und auch Verwachsungen können sich ungünstig auswirken.

4. Da Babys bei einer Kaiserschnittgeburt oft Fruchtwasser in der Lunge haben, kommt es häufiger zu Atemproblemen – vor allem, wenn der Kaiserschnitt mehrere Wochen vor errechnetem Geburtstermin durchgeführt wird.

Werdende Mutter bereitet sich auf natürliche Geburt vor
Eine natürliche Geburt dauert zwar länger und ist stressiger für Mutter und Kind, ist letztlich aber die natürlichste Art, ein Kind auf die Welt zu bringen. © dpa

5. Eine natürliche Geburt bedeutet Stress für Mutter und Kind. Doch genau dieser Stress ist wichtig, denn bei einer vaginalen Entbindung werden Hormone ausgeschüttet, die das Immunsystem des Babys stärken und ihm die Anpassung nach der Geburt erleichtern. Außerdem kommen Kaiserschnittkindern nicht mit den Keimen im Geburtskanal in Kontakt. Was im ersten Moment positiv klingt, kann sich jedoch negativ auswirken. Denn es wird davon ausgegangen, dass die fehlenden Bakterien das Risiko für Diabetes und Übergewicht erhöhen.

Fazit zum Thema Kaiserschnitt auf Wunsch

Experten sind sich sicher: Die Art der Geburt ist für die Entwicklung der Kinder von enormer Bedeutung. Ärzte und Hebammen empfehlen Schwangeren, bei denen aus medizinischen Gründen nichts dagegen spricht, daher eine natürliche Entbindung, denn ein Wunschkaiserschnitt hat mehr Nach- als Vorteile. Zwar sind die Schmerzen während der Geburt geringer, dafür sollten sowohl OP-Gefahren also auch Wundschmerz nach der Entbindung nicht unterschätzt werden. Zumindest aber sollten sich werdende Mütter der Risiken eines Kaiserschnitts bewusst sein und die Entscheidung eines Wunschkaiserschnitts – auch zum Wohle ihres Kindes – nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Tipp: Sollten Sie einen Wunschkaiserschnitt in Betracht ziehen, sprechen Sie vorher unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt und/oder Ihrer Hebamme, um die Vor- und Nachteile abzuwägen. Und vielleicht hilft ein ausführliches Gespräch ja auch, um Ihnen die Angst vor bestimmten Situationen zu nehmen.

In der Frauenklinik Erlangen warten Linda und Christian auf die Geburt ihres zweiten Kindes. Die Mutter hatte auf eine natürliche Geburt gehofft, doch bald stand fest: Die Kleine muss aus medizinischen Gründen per Kaiserschnitt zur Welt kommen. Wie solch ein Eingriff abläuft, sehen Sie im Video.

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