Abenteuer Leben am Sonntag

§-Schlupfloch: Gesetzeslücken im Urlaub

Gesetzeslücken im Urlaub

Was sie im Auslandsurlaub unbedingt beachten müssen!

Familie am Strand
© MEV Verlag

1. Schlupfloch: Griechisches Zimmer! 

Häufig ist Katalogsprache wörtlich zu nehmen. Vorsicht also bei Formulierungen, die nicht eindeutig zuzuordnen sind. Ein Zimmer im „griechischen Stil“ kann ein sehr spartanisch eingerichtetes Zimmer sein. Deshalb sind solche Formulierungen rechtlich einwandfrei, wenn es sich dann wirklich um ein Zimmer handelt, in dem einfach nur ein Bett steht. (§ 651c BGB)

2. Schlupfloch: Ping-Pong-Problem! 

Sport am Strand ist grundsätzlich erlaubt. Die Geräuschkulisse, die dabei entsteht, ist ebenfalls kein Problem, sofern sie in einem zumutbaren Rahmen bleibt. Die Spieler müssen lediglich einen Sicherheitsabstand einhalten, damit kein anderer fahrlässig verletzt werden kann. (Art. 2 I, 14 GG)

3. Schlupfloch: Lästige Strandverkäufer!

Das Anbieten von Waren am Strand ist erlaubt, wenn man eine entsprechende gewerbliche Genehmigung hat. Allerdings dürfen Händler nicht zu aufdringlich werden. Wird der Verkäufer aufgefordert zu gehen, muss er dem Folge leisten, sonst wäre das Belästigung. (§ 118 OWG)
 

4. Schlupfloch: Dresscode - Nackt ins Restaurant. Geht das?

Ein Restaurant befindet sich in Privatbesitz, deshalb gilt hier das Hausrecht. Der Restaurantbesitzer kann am Tisch Badekleidung verbieten – und wird das tun, wenn sich andere Kunden gestört fühlen und sich beschweren. Wer sich der Kleiderordnung nicht fügt, der muss das Restaurant verlassen. (§ 903, § 1004 BGB Abs. 1 BGB)
 

5. Schlupfloch: Ferngesteuertes Boot!

In der Regel sind öffentliche Gewässer frei nutzbar. Und da man für ein ferngesteuertes Boot auch keinen Führerschein braucht, darf man damit fahren, wo man will. Es sei denn, es ist ausdrücklich untersagt. (§ 2 Abs. 1, § 23 WHG) 

6. Schlupfloch: Einbuddeln Erlaubt?

Jemanden im Sand einzugraben ist nur dann zulässig, wenn die betroffene Person damit einverstanden ist. Ist sie das nicht, macht man sich strafbar, wenn die Person dadurch in eine hilflose Lage gerät. (§ 239 StGB) 

7. Schlupfloch: Tiefe Einblicke!

In der Öffentlichkeit darf man hingucken, wohin man gucken möchte. Auch mit dem Fernglas. Wer sich dabei auszieht, muss damit rechnen, dass er auch neugierige Blicke auf sich zieht. (Art. 2 I GG) 

8. Schlupfloch: Weckdienst!

Viele Hotels bieten einen sogenannten Weckruf an. Wird ein solcher Weckruf angeboten, muss dem auch pünktlich nachkommen werden. Ansonsten besteht eine Schadensersatzpflichtig. (§ 280 l BGB)

Linktipps:

Die Homepage unseres Rechtsanwalts Alexander Stephens:
http://www.stephens-coll.de/

Sämtliche Gesetzestexte finden Sie auf der Seite des Bundesjustizministeriums und unter:  www.gesetze-im-internet.de

Was Sie allgemein beim Urlaub im Ausland beachten sollten, finden Sie auf der Homepage des Auswärtigen Amts:
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/SicherheitshinweiseA-Z-Laenderauswahlseite_node.html

Bei groben Mängeln seitens des Reiseveranstalters oder der Unterkunft finden Sie erste Ratschläge hier:
http://www.reisemangel.de/
 

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