So sieht's aus.

Ratgeber Tagesgeldkonto – wie lukrative ist die Geldanlage?

Wer etwas Kapital übrig hat, möchte dieses Geld nicht zwingend unberührt auf dem Girokonto parken. Bestenfalls sollte doch das Geld für einen arbeiten und Erträge einbringen. Anleger und Sparer suchen daher immer nach einer möglichst hohen Rendite, wollen aber gleichzeitig geringe Risiken eingehen.

Der Begriff Tagesgeldkonto steht für Kontrolle und Sicherheit, denn das Guthaben auf diesem Konto ist stets verfügbar und unterliegt keiner Mindestlaufzeit. Aber lohnt sich die Einzahlung auf ein Tagesgeldkonto, trotz der gesunkenen Zinsen?

Sparschwein auf Metallkoffer gefüllt mit Euroscheinen
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Der Finanzmarkt mit seinem großen Angebot an unterschiedlichen Produkten ist für Laien oft nur schwer überschaubar. Spekulative Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen bieten zwar die Möglichkeit hoher Renditen, sind aber risikobehaftet. Eine negative Entwicklung der Kurse kann eine Reduzierung des Kapitals bis hin zum Totalverlust nach sich ziehen – auf kann diese Art der Geldanlage jedoch auch höhere Erträge einfahren.

Risikoeinschätzung Tagesgeldkonto

Anders stellen sich die Gefahren für das eigene Kapital beim Tagesgeld dar. Grundsätzlich gilt diese Form der Anlage als risikolos. Daher nutzen Banken und Sparkassen Tagesgeldkonten oft, um neue Kunden zu gewinnen und bieten dafür spezielle Angebote an. Diese beinhalten beispielsweise eine Gutschrift in Höhe von 50 € oder mehr. Einige Banken offerieren ferner höhere Sonderzinsen auf die Spareinlagen oder eine kostenlose Kreditkarte, die ihrerseits auch Vorteile mit sich bringt . Nur beim Eintreffen eines von zwei möglichen Szenarien, geht es dem Kapital auf einem Tagesgeldkonto an den Kragen:

  • Marktpreisrisiko:

Die Konditionen eines Tagesgeldkontos sind bankenabhängig nur über einen bestimmten Zeitraum festgesetzt, meistens im Rahmen einiger Monate. Die Zinsen orientieren sich am kurzfristigen Geldmarktzins und werden dementsprechend von den Banken angepasst. Somit besteht für den Anleger zwar das Risiko, dass sich die Renditeerwartung nicht erfüllt. Allerdings ist dieses Risiko vernachlässigbar, da ein gewisser Kapitalanstieg immer vorhanden ist, auch wenn der Zinssatz nur bei beispielsweise 0,5 % liegt.

  • Adressausfallrisiko:

Da es nicht auszuschließen ist, dass eine Bank Insolvenz anmelden muss, besteht die Gefahr eines Adressausfalls. Die Bank ist dann nicht mehr in der Lage, die Rückzahlung des angelegten Kapitals zu leisten. Grundsätzlich ist das Vermögen der Kunden aber durch die Einlagensicherung abgesichert. Allerdings ist zum einen die Höhe der Einlagensicherung bei jeder Bank unterschiedlich, zum anderen kann es bei ausländischen Banken zu langwierigen und komplizierten Prozessen kommen, bis die Anleger wieder an ihr Geld kommen. Dies ist in der Vergangenheit zum Beispiel bei der isländischen Bank Kaupthing Edge der Fall gewesen.

Info Einlagensicherung

In Deutschland sind die eingezahlten Vermögen auf Festgeld- und Tagesgeldkonten bis zu einem Betrag von 100.000€ gesetzlich abgesichert. Bis zu diesem Betrag ist also die Erstattung des Kapitals auch im Falle einer Bankenpleite garantiert.

Darüber hinaus bieten die Banken eine sogenannte freiwillige Einlagensicherung, die die gesetzlich vorgeschriebene Höhe von 100.000€ weit überschreitet und Bereiche von mehreren hundert Millionen Euro erreichen kann. Die verschiedenen Banken und Sparkassen Deutschlands haben sich dafür in mehreren Sicherungssystemen zusammengeschlossen.

Durch diese Einlagensicherungsfonds wird ein Tagesgeldkonto bei einer Bank, die am deutschen Einlagensicherungssystem teilnimmt, zu einer absolut sicheren Form der Geldanlage. Frühestens durch das Zusammenbrechen mehrerer Großbanken könnten Anleger das Nachsehen haben und ihr Kapital wäre verloren. Jedoch ist auch dieser Umstand vernachlässigbar, da die Finanzinstitute von der Regierung und der EU durch Bankenrettungsprogramme vor dem Bankrott geschützt werden.

Betrachtung der Zinshöhe

In den letzten Jahren hat die Zinshöhe der Tagesgeldkonten mit einem großen Abschwung zu kämpfen. Während Ende 2008 noch durchschnittlich über 4 % p.a. Zinsen auf das Tagesgeld zu erzielen waren, hat sich dieser Wert signifikant verschlechtert. Die aktuell besten Angebote liegen bei knapp über 1 % p.a. maximaler Zinsen.

Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank
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Das liegt vor allem an der Europäischen Zentralbank (EZB), die im März dieses Jahres den Leitzins auf das historische Tief von 0 % gesenkt hat . Der Leitzins gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken und andere Kreditinstitute Geld bei Noten- und Zentralbanken leihen können. Der niedrige Leitzins verfolgt den Zweck, die Konjunktur anzukurbeln. Wenn sich der Leitzins auf einem niedrigen Niveau befindet, sind Banken in der Lage, günstige Kredite auszugeben, wodurch wiederum vermehrt Investitionen von Unternehmen getätigt werden.

Gleichzeitig werden natürlich auch Privatkredite günstiger, wodurch ebenfalls das Konsumverhalten der Bürger angekurbelt wird. 0-Prozent-Finanzierungen sind momentan allgegenwärtig und haben den einen oder anderen Kunden den Kauf von Konsumgütern ermöglicht. Diese Umstände sorgen für eine höhere Inflation, die im Juni in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr gerade einmal bei 0,4 % lag.

Eine geringe Inflation oder gar Deflation sorgt für eine schwache Wirtschaft, da durch den Rückgang des Preisniveaus Arbeitsplätze und Gehälter in Gefahr sind. Deshalb strebt die EZB eine Inflationsrate von knapp 2 % für den europäischen Raum an.

Realzins beim Tagesgeldkonto positiv

Um nun die Ausgangsfrage, ob Tagesgeldkonten eine lukrative Geldanlage darstellen, zu beantworten, muss der Realzins betrachtet werden. Der Realzins ergibt sich aus der Zinshöhe unter Berücksichtigung der Inflationsrate. Liegt die Inflationsrate höher als die Zinsen auf das Kapital, wäre eine Anlage nicht rentabel. Da sich die Inflation allerdings momentan auf einem derart niedrigen Niveau bewegt, sind auch die niedrigen Zinsen der Tagesgeldkonten für Anleger hinnehmbar.

Bei einer Inflationsrate, die sich in Deutschland, verglichen mit dem Vorjahr, im Jahr 2016 bislang zwischen 0,0 % und 0,4 % bewegt , ergibt sich für Sparer ein Realzins von bis zu einem Prozent. Bis sich die Wirtschaft in der EU erholt hat, wird der Leitzins auf einem sehr niedrigen Niveau verbleiben, wodurch die niedrigen Zinsen für Tagesgeldkonten, aber eben auch für Kredite Bestand haben werden.

Dafür bietet das Tagesgeld aber die sicherste Methode, sein Geld anzulegen und es dennoch jederzeit zur Verfügung zu haben. Ein Vergleich der Anbieter in Hinblick auf die Zinshöhe und den garantierten Zinszeitraum kann für Sparer überdies einen monetären Mehrwert bieten. Wer über einen längeren Zeitraum auf sein Kapital verzichtet, kann mit einer Einlage auf ein Festgeldkonto eine etwas höhere Rendite bei gleicher Sicherheit erzielen. Jedoch ist man hier an eine Laufzeit und eine Mindesteinlagenhöhe gebunden.

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