So sieht's aus.

Kritik zur Blu-ray Disc

The Story of Film

Dokumentation - Großbritannien, 2011

Regisseur: Mark Cousins

The Story of Film DVD-Box
© Studiocanal

Inhalt

Alles baut aufeinander auf: Sicher gäbe es ein Kino ohne Lumière, Griffith, Murnau, Eisenstein, Hitchcock, Rossellini, Godard, Altman, Lucas oder Tarantino. Aber wie sähen Filme heute aus, wenn es die Arbeiten dieser Regisseure nicht gegeben hätte? Hier begibt sich der Filmhistoriker und Journalist Mark Cousins auf eine Entdeckungsreise durch die Evolutionsgeschichte des Kinos: In Interviews, unter anderem mit Martin Scorsese, Baz Luhrmann oder Stanley Donen, werden die technischen und dramaturgischen Innovationen des Kinos analysiert und anhand zahlreicher Ausschnitte illustriert.

DVD-Kritik

An eine umfassende Filmgeschichte in Buchform hat sich schon lange niemand mehr gewagt, zumal es ja immer schon eine Unmöglichkeit war, Filme auf Papier auch nur ansatzweise zu beschreiben. Mark Cousins Dokumentation muss zwar naturgemäß auch von Vollständigkeit weit entfernt bleiben, einen so guten Überblick hat es aber noch nie gegeben: Von den Ursprüngen der Film- und Starkultur in den USA und Europa über das klassische Hollywood-Studiosystem und die neuen Wellen in den 60er Jahren bewegt sich Cousins zur Pop-Kultur der 70er bis hin zu den digitalen Kinotrends von heute. Das kommerzielle Hollywood-Kino ist dabei zwar ein Fixpunkt der 15 einstündigen Folgen, dient aber vor allem als Vergleichsfolie, um immer wieder die Andersartigkeit und die Innovationsfreude anderer Kinokulturen zu verdeutlichen: Japan, Russland und Europa bilden Schwerpunkte, große Filmemacher aus Indien, Iran, Mexiko, Südkorea oder Ägypten kommen ebenfalls zu ihrem Recht.

Besonderen Spaß macht, wie souverän die Dokumentation sich nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit bewegt. Der Erzählfluss ist zwar chronologisch geordnet, doch schlägt Cousins immer wieder Brücken, etwa von einem Laurel-und-Hardy-Film aus dem Jahr 1938, zurück über Marlene Dietrich in "Blonde Venus" (1932) bis zu heutigen Digital-Wunderwerken wie "Inception" (2010), um Gemeinsamkeiten und Entwicklungen herauszuarbeiten. Diese meistens gut begründeten und illustrierten Querverbindungen bergen für den Filmfan einen besonderen Reiz, auch wenn sich natürlich beinahe unendlich viele andere Vernetzungen in der Filmgeschichte knüpfen ließen.

Den sehr unterschiedlichen Quellen entsprechend, schwanken Bild- und Tonqualität im Lauf der Dokumentation stark: Vom vergrieselten Schwarzweiß-Stummfilm bis zum modernen Blockbuster ist naturgemäß das ganze Spektrum vertreten. Das neu aufgenommene Material - Cousins filmte zusätzlich selbst sehr atmosphärische Stadt- und Straßenpanoramen als Hintergrund für seinen Off-Kommentar - ist allerdings sowohl visuell wie akustisch über jeden Zweifel erhaben. Wer den Nordirischen Dialekt des Filmemachers trotz Untertiteln zu stark findet, kann übrigens auch eine sehr gelungene, von dem Filmexperten Knut Elstermann gesprochene deutsche Fassung auswählen, die aber die Interviews und Filmszenen im untertitelten Original belässt.

Die fünf Discs stecken in einem ansehnlichen Digipak mit Schuber, das mit einem knappen Episodenführer bedruckt ist. Disc-Extras im engeren Sinn gibt es nicht - braucht es hier aber auch nicht.

Fazit

Eine tolle Dokumentation, die sowohl für Film-Einsteiger wie für Experten jede Menge an Kinofreude bereit hält! Aber Achtung: Die Dokumentation weckt den unbezwingbaren Drang, im Anschluss so viele Filmklassiker wie möglich zu sehen. Glücklich, wer ein entsprechendes Budget für DVDs und Blu-rays zur Verfügung hat. (map)

BLU-RAY INFOS

FSK: Info-Programm
Anbieter: Studiocanal
Verkauf: 21. März 2013
Bild: 1.78:1 (anamorph)
Ton: Englisch DD 2.0 Stereo, Deutsch DD 2.0 Stereo
Untertitel: Deutsch
Extras: -

Schon gesehen?

Kommentare

Facebook