So sieht's aus.

Untergäriges Bier

Bier von der untergärigen Hefe

Bis vor 150 Jahren konnte untergäriges Bier nur in der kalten Jahreszeit produziert werden. Heutzutage ist es das beliebteste, meistgetrunkene Bier der Welt.

Bierzapfen mit dem Zapfhahn
© YakobchukOlena - Fotolia

Die Erfolgsgeschichte des untergärigen Biers

Man bezeichnet ein Bier als untergärig, wenn sich die Hefe während des Brauprozesses unten am Boden des Gärtanks absetzt. Im Gegensatz dazu heißt ein Bier obergärig , wenn die Hefen auf dem Bier schwimmen. Die untergärige Hefe benötigt relativ niedrige Temperaturen (4-9 Grad), um den Malzzucker in Alkohol umzuwandeln. Daher war es früher nur im Winter möglich, untergäriges Bier zu brauen. In Regionen mit besonders kalten Wintern lagerte man Eis ein, das dann zur Kühlung genutzt wurde.

Erst im 15. Jahrhundert verbreitete sich die Art des untergärigen Brauens von Bayern aus, doch schon bald wurde in großen Teilen Süddeutschlands hauptsächlich untergäriges Bier gebraut. Mit der Erfindung eines Verfahrens zur Kühlung begann in den 1870er Jahren der Siegeszug des untergärigen Bieres. Der größte Vorteil dieser Brauart ist die längere Haltbarkeit, was es für die industrielle Produktion interessant machte. Der Brauprozess dauert allerdings auch deutlich länger.

Untergäriges Bier ist mehr als bloß Pils

Mit dem berühmten Reinheitsgebot wird heute oft auf den Bieretiketten geworben. Bis heute gilt es hauptsächlich für untergäriges Bier, in dem außer Malz, Hopfen, Hefe und Wasser keine weiteren Zutaten enthalten sein sollten. Die wichtigsten untergärigen Biersorten in Deutschland sind:

  • Pilsner: Das Pils ist das bekannteste und auch erfolgreichste Bier und es hat unter Deutschlands Biertrinkern mit Abstand die meisten Fans.
  • Märzen: Früher wurde es im März als letztes Bier in der kalten Jahreszeit gebraut, daher hat es seinen Namen. Sein höherer Alkoholgehalt sorgte für bessere Lagerfähigkeit.
  • Bockbier: Bock ist ein meist dunkles Starkbier das ursprünglich aus der niedersächsischen Stadt Einbeck stammt. Der hohe Alkoholgehalt sollte es transportfähiger machen.
  • Schwarzbier: Ein dunkles Bier, das aber geschmacklich vielmehr an ein Pils erinnert als an die dunklen, obergärigen Stouts.
  • Export: Dortmunder Export war lange Zeit die wichtigste Biersorte im Ruhrgebiet, heute ist es jedoch weitgehend vom Pils verdrängt.

Untergäriges Bier als Industriefaktor

Die untergärigen Biere werden heute unter Nutzung von Reinzucht-Hefen gebraut, um den Brauprozess zu optimieren. Diese Hefen unterliegen strengen Kontrollen, da kleinste Veränderungen große Auswirkungen auf den Geschmack des Bieres haben können. Besonders große Brauereien müssen ihren Kunden neben einer guten Qualität und auch einen gleichbleibenden Geschmack garantieren. Obwohl das Pils aus großen industriellen Brauereien den größten Umsatz auf dem deutschen Biermarkt hat, findet sich auch viel untergäriges Bier aus kleinen Betrieben, das eine ganz individuelle Note besitzt.

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