So sieht's aus.

Starkbier gegen den Hunger

Das Bier der Mönche in der Fastenzeit

Das Starkbier wird seit vielen Generationen von Brauereien in Deutschland hergestellt. Zahlreiche Rezepturen sorgen für ein breites Geschmacksspektrum.

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Das Starkbier – das Plus an Stammwürze für noch mehr Geschmack

Ein Starkbier ist, wie der Name bereits vermuten lässt, durch einen erhöhten Alkoholgehalt gekennzeichnet. Dieser ergibt sich aus einer besonderen Herstellungsmethode, bei der ein größerer Anteil der sogenannten Stammwürze zum Einsatz kommt. Diese Stammwürze hat bei Starkbier einen Gehalt von mindestens 16,5 Prozent. Dadurch ergibt sich beim fertigen Bier ein Alkoholgehalt von wenigstens 6,5 Prozent. Viele Starkbier-Sorten wie zum Beispiel das Bockbier können aber auch einen höheren Alkoholgehalt vorweisen.

Anders als bei einem Kölsch Bier, einem Schankbier oder einem Radler, wird Starkbier normalerweise nicht das ganze Jahr über getrunken. Aufgrund des hohen Gehalts an Alkohol und Stammwürze ergibt sich ein überaus kräftiger Geschmack. Hinzu kommt ein nicht unerheblicher Sättigungseffekt, wohingegen der erfrischende Charakter von einem Pils oder einem Radler komplett verloren geht. Deshalb wird Starkbier vorzugsweise im Winter oder im Frühjahr verzehrt.

Die lange Tradition der Starkbier-Herstellung

Starkbier gehört zu den klassischen Biersorten und wurde bereits im Mittelalter entwickelt. Gerade die Mönche haben der Geschichte nach einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung gehabt: Sie litten während ihrer Fastenzeit meist sehr unter dem Nahrungsentzug und versuchten dies über Bier auszugleichen. Bier war nämlich während der Fastenzeit erlaubt. Da die herkömmlichen Biersorten aber nicht ausreichend sättigten, erhöhten die Mönche den Gehalt der Stammwürze und ließen das Bier dadurch kräftiger und sättigender werden. So entstanden verschiedene Bockbiere.

Historische Belege haben jedoch gezeigt, dass nicht nur die Mönche auf die Idee mit dem Starkbier gekommen waren. Schon einige Jahre vor den Mitgliedern des Paulaner Ordens in Bayern, hatte ein Braumeister aus Einbeck in Niedersachsen die Idee sein Bier mit einem Plus an Stammwürze anzureichern. Hierdurch sollte das Bier in erster Linie haltbar gemacht werden. Der Export von deutschem Bier in andere europäische Länder war damals schließlich schon überaus populär.

Münchner Starkbier als Zierde der Braukunst

Wer schon einmal an einer Verkostung von Starkbier teilgenommen hat, vielleicht sogar mit einem Biersommelier , der durfte dies vermutlich entweder in einem Münchner Biergarten oder direkt in einer bayerischen Brauerei erleben. Auch heute noch sind die bayerischen Brauereien für ihr außergewöhnliches Starkbier berühmt. Viele renommierte Marken haben nicht nur eines, sondern gleich mehrere verschiedene Kreationen in ihrem Sortiment. Sogar Weizen mit erhöhtem Alkoholgehalt ist mittlerweile erhältlich. Für Bierliebhaber ergeben sich hieraus viele Möglichkeiten ihre Geschmacksnerven auf besondere Weise zu verwöhnen.

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