So sieht's aus.

Obergäriges Bier

Mit obergäriger Hefe gebraut

Vor der Erfindung der Kühltechnik waren die meisten Biere obergärig. Auch in den letzten Jahren erleben sie eine Renaissance, besonders unter Bierkennern.

Ein Bierträger mit Kölsch steht auf dem Tisch
© B. Wylezich - Fotolia

Was ist obergäriges Bier

Man unterscheidet bei der Bierherstellung zwischen untergärigen und obergärigen Bieren. Diese Unterscheidung bezieht sich auf die Hefe, die im Brauprozess verwendet wird. Obergärige Hefe sammelt sich nach Gärung oben auf dem Jungbier, daher stammt auch ihr Name. Wird ein Bier dagegen mit einem untergärigen Hefestamm gebraut, sinkt die Hefe nach unten, ist also untergärig.

Bevor Ende des 19. Jahrhunderts eine künstliche Kühlung möglich wurde, braute man untergäriges Bier fast nur in den Wintermonaten, denn diese Hefesorten brauchen Temperaturen zwischen 4 und 9 Grad. Im Sommer wurden obergärige Hefen verwendet, die 15 bis 20 Grad bei der Gärung benötigen. Im Herstellungsprozess ist diese Methode anfälliger für Verunreinigungen und das Bier daher weniger lange haltbar. Die obergärigen Biere zeichnen sich meist durch ihr fruchtiges Aroma aus, da im Brauprozess mehr Fruchtester im Bier entstehen.

Bekannte obergärige Biersorten

Zu den bekanntesten deutschen Biersorten , die mit obergäriger Hefe gebraut werden, gehören:

  • Weizenbier: Früher mit traditioneller Flaschengärung produziertes Bier, dass heute in großem Rahmen industriell hergestellt wird.
  • Altbier: Ein meist dunkles Bier, das, wie der Name sagt, nach der alten Art und Weise nämlich mit obergäriger Hefe gebraut wird.
  • Kölsch: Kölner Variante des obergärigen Bieres. Sein Name ist als Herkunftsbezeichnung geschützt, daher ist ein Kölsch immer in Köln gebraut.
  • Berliner Weiße: Sie erhält ihren sauren Geschmack durch eine zusätzliche Milchsäuregärung. Traditionell mildert Fruchtsirup die starke Säure ab.

Es gibt aber auch internationale Biere, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, dazu gehören das helle, fruchtige Ale und das dunkle, malzige Stout, das oft reich an Alkohol ist.

Eine Chance für experimentierfreudige Brauer

Für untergäriges Bier gelten meist strikte Bierverordnungen, die bekannteste ist das Reinheitsgebot , das nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser in der Bierherstellung erlaubt. Für obergärige Biere sind solche Regeln stets weiter gefasst. Neben Weizenmalz, wird es auch mit Roggen- oder Dinkelmalz gebraut. In Bieren wie der Leipziger Gose sind Kräuter, in diesem Fall Koriander und auch Salz, enthalten. Zucker oder Karamell sind ebenfalls beliebte Ergänzungen der Zutatenliste. Besonders regionale Brauereien setzen auf obergäriges Bier, da sie in kleiner Stückzahl produzieren und daher die kurze Lagerdauer besser kompensieren können.

Obergäriges Bier mit seiner individuellen Aromenwelt eröffnet den Brauern die Chance, sich mit ihrem Produkt vom industriell produzierten Massenbier zu unterscheiden. Der Bierkenner kann sich also auf viele kulinarische Überraschungen freuen.

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