Rea Garvey ist züruck mit einer neuer Single

Rea Garvey

Sie wissen also alles über Rea Garvey, richtig? Falsch. Nicht zuletzt, weil er mit seiner neuen Platte höchstwahrscheinlich mehr von sich preisgibt als jemals zuvor. „Das Album heißt `Pride`, also ‚Stolz‘, weil es das ist, was ich fühle, wenn ich es anhöre. Ich bin stolz auf meine Wurzeln und darauf, dass sie nach so vielen Jahren den Weg in meine Musik gefunden haben.“

Rea Garvey 2014

Und damit hätte er eigentlich schon alles auf den Punkt gebracht. Garvey gibt jedoch zu, dass dieser Stolz hart erkämpft war, denn die Geburt des Albums – sein stilistisch vielfältigstes und ambitioniertestes – war langwierig, und hin und wieder auch schwer. Warum? Spulen wir an den Anfang zurück …

Frühjahr 2013. Nachdem er die zweite Runde in der von Kritikern gelobten Talentshow The Voice of Germany  gewonnen hat, tut Garvey es Muhammad Ali gleich: Er steigt an einem Höhepunkt angelangt aus dem Ring, als ihm bewusst wird, dass er sich nach seiner ersten Liebe zurücksehnt, seinem Daseinszweck: selbst Musik zu machen. „Fürs Fernsehen zu arbeiten, war eine tolle Erfahrung, aber es hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen, und seltsamerweise hatte ich das Gefühl, ich würde mich dabei weiter von der Musik entfernen“, sinniert er. Es sollte sich allerdings als unerwartet schwierig herausstellen, seine Songwriting-Muse wiederzufinden. Doch Garvey war noch nie der Typ, der sich von Widrigkeiten ausbremsen lässt. Er legte spontan eine kleine Pause ein, atmete tief durch und begann noch einmal ganz von vorne, indem er Inspiration aus einer Quelle schöpfte, zu der er bis dato eine sowohl physische als auch mentale Distanz aufzubauen versucht hatte. Er besann sich seiner Heimat Irland und der Zeit, die er dort als Kind und Jugendlicher verbracht hatte. Man kann sicherlich behaupten, dass Garveys Werke bislang keine offenkundigen, greifbaren Einflüsse seines Heimatlandes zeigten. Nun hatte er jedoch immer mehr das Gefühl, von seiner Vergangenheit, seinen Wurzeln angezogen zu werden. Stichwort Tralee, Irland, Ende der Achtziger: „Die Vergangenheit spiegelt sich in der Zukunft wider, und man erlebt Dinge, die man schon einmal durchgemacht hat. Aber hoffentlich ist man dann in der Lage, besser damit umzugehen.“

Garvey ist ein großer Bewunderer irischer Schriftsteller wie Kavanagh und Heaney, und die schlichte, aber gefühlvolle Art und Weise, in der sie das alltägliche Leben und die Liebe beschreiben, drängten sich immer wieder in seine Gedanken. „Ich hatte das Gefühl, all diese Worte und Erfahrungen, die ich in meinem Leben gesammelt hatte, hätten jahrelang im Wohnzimmer meiner Erinnerung gesessen und nur auf eine Chance gewartet, endlich rauszukommen und sich die Beine vertreten zu dürfen! Ich hatte gar keine andere Wahl, als dieses Album genau so zu schreiben, wie es jetzt ist.“, lacht er. Plötzlich war der Weg, der vor ihm lag, völlig klar.

Das Ganze könnte natürlich wie eine klischeehafte „Zurück zu den Wurzeln“-Geschichte klingen, aber Garveys neue Verbindung zu seiner Vergangenheit spiegelt sich nicht in einer Art großflächigen Imports traditioneller irischer Folklore wider. Ganz im Gegenteil: Die Anspielungen auf seine „alte Heimat“ sind oft sehr subtil und sorgfältig gewählt, stechen an den entsprechenden Stellen aber dennoch deutlich hervor. Ein typisches Beispiel ist die erste Single„Can't Say No“, auf der ein musikalisches Novum für Garvey zu hören ist: ein lebendiges Banjo(!)-Riff untermalt die Strophen, bevor das Arrangement des Songs eine zweite Überraschung offenbart und in ein raues, wildes Akustikgitarrenriff im Pogues-Stil übergeht, das den Refrain trägt. „The Pogues waren in meiner Jugend eine unglaubliche Inspiration – schnoddrig, laut und voller positiver Aggression, falls es so was überhaupt gibt“, so Garvey beiläufig. Akustikgitarre und Banjo spielen auf dem gesamten Album eine wichtige Rolle, aber es ist Garveys Talent als Songwriter und Andy Chatterleys Produzentengeschick zu verdanken, dass sie sich nahtlos mit den rhythmischeren elektronischen Elementen des letzten Albums verbinden.

Gesang und Text nehmen auf dem neuen Album einen Ehrenplatz ein: „Ich bin wirklich stolz auf die Texte – für mich sind es die besten, die ich je geschrieben habe.“ Autobiografische Anekdoten unterstreichen die neue Tiefe und Intimität von Garveys Songwriting, wie beispielsweise auf „Candlelight“, das er zusammen mit James Walsh von Starsailor geschrieben hat. In dem Song erinnert sich Garvey daran, wie er mit kaum dreizehn schwer erkrankte und sich die Beziehung zu seinem Vater dadurch zum Besseren wandte. 

Doch zwischen den autobiografischen Elementen findet „Pride“ auch Raum für textlich düsterere Themen. Wo zunächst noch die Euphorie der Gitarren („We All Fall Down“) zu hören ist,  geht der Song mit einer überraschenden Wendung im Arrangement in eine für Garveys Songs untypisch leere Passage über. Nicht zuletzt die Liedzeile „We all fall down/the church bells sound“ lässt Rückschlüsse darauf ziehen, dass der Song von Amy Winehouse inspiriert wurde. Garvey hält einen Moment inne und erinnert sich zurück, bevor er sagt: „Wie es mit ihr zu Ende gegangen ist, war so traurig“, aber dabei belässt er es.

Mit „Pride“ ist Garvey ein packendes, sehr persönliches Album gelungen, mit dem er nicht nur neue Wege beschreitet, sondern auf seinen beträchtlichen Stärken aufbaut. Er ist stolz darauf, wo er heute ist, und er hat sich mit dem Ort versöhnt, an dem er aufgewachsen ist. Garvey hat seinen ganz persönlichen Ehrenplatz gefunden.

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Unten das Musikvideo zur Single "Can't Say No" in voller Länge ansehen:

Rea Garvey - Can't Say No


Rea Garvey -- Can't Say No - MyVideo

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