Der 18-fache Grammy-Gewinner verneigt sich vor J.J. Cale

Eric Clapton

Eric Clapton hat im Verlauf seiner Karriere immer wieder betont, dass J.J. Cale für ihn zu den wichtigsten Protagonisten der Rockgeschichte zählt – eine Ansicht übrigens, die nicht wenige Kollegen seiner Zunft mit ihm teilen. Der Einfluss, den Cales Werk auf Clapton und zahlreiche andere Musiker hatte und hat, ist immens, und so hat Clapton eine Reihe von befreundeten Musikern um sich versammelt, um sich ein Jahr nach dem Tod der Tulsa-Legende vor Cale zu verneigen: Das Album „The Breeze, An Appreciation of JJ Cale“ von Eric Clapton & Friends erscheint am 25. Juli 2014. Während unter anderem auch Mark Knopfler, John Mayer, Willie Nelson, Tom Petty, Derek Trucks und Don White zu den Mitstreitern zählen, vereint das Tribute-Album insgesamt 16 Neuinterpretationen von Cale, wobei der Albumtitel an die 1972 erschiene Single „Call Me The Breeze“ angelehnt ist und drei Songs Neuaufnahmen von bislang unveröffentlichten JJ Cale Nummern sind.

Eric Clapton
© Universal Music

„Ich wollte dafür sorgen, dass die Leute das Werk von J.J. Cale kennenlernen und daran anknüpfen – darum ging’s mir in erster Linie“, so Clapton. „Ich bin nur der Katalysator, der Überbringer, wenn man so will; ich war schon immer der Meinung, dass das meine eigentliche Mission ist. Ich versuche, Dinge so zu interpretieren, dass das Publikum – oder besser gesagt: mein Publikum – darauf aufmerksam wird und vielleicht Lust bekommt, mehr darüber zu erfahren, woher ich das eigentlich habe.“

Nachdem er J.J. Cale seit geraumer Zeit verehrt hatte und viele seiner Songs – z.B. auch die Hits „After Midnight“ und „Cocaine“ – gecovert hatte, arbeiteten die beiden erstmals im Jahr 2006 zusammen, als sie das Album „The Road to Escondido“ gemeinsam aufnahmen. „Damit ist nun wohl mein letzter großer Traum in Erfüllung gegangen“, kommentierte Clapton seinerzeit, „nämlich endlich mit dem Mann zusammenzuarbeiten, dessen Musik mir schon so lange ich denken kann als wichtigste Inspirationsquelle dient.“

Dabei hat die Musik dieses Mannes noch nie in irgendeine Schublade gepasst: Im Sound von J.J. Cale werden die Grenzen zwischen Blues, Rock, Country und Folk hinfällig; er hat im Laufe der Zeit einen vollkommen eigenen Hybrid kreiert, der eine endlos lange Liste von Künstlern beeinflussen und prägen sollte. Zugleich hat Cale den Trubel um seine Person stets gemieden und hatte dementsprechend eher den Ruf eines Einsiedlers: Anstatt ins Rampenlicht zu treten, ließ er stets die Musik für sich selbst sprechen und wurde daher auch nie im klassischen Sinne zum Weltstar. Gleichwohl war die Musik sein zentraler Lebensinhalt, während er sonst ein ganz normales Leben führte – die Ironie an der Geschichte ist jedoch, dass genau dieser unbedingte Fokus auf die Musik ihn letztlich doch, zumindest in kreativen Kreisen, zu einer echten Gitarrenlegende machen sollte...

J.J. Cale wuchs in Tulsa, Oklahoma auf, zu seinen frühen Einflüssen zählten unter anderem Chet Atkins, Les Paul und Chuck Berry. „Ich habe dann irgendwann versucht, sie zu imitieren, was mir aber nicht so recht gelungen ist – und so ist daraus dann mein eigenes Ding entstanden“, hat er häufiger gesagt. Und so begann Cale Anfang der Fünfziger, in den Clubs von Tulsa aufzutreten, wo zeitgleich auch Kollegen wie David Gates (Bread) und Leon Russell erste musikalische Gehversuche machten. Nachdem er Mitte der Sechziger dann nach Los Angeles umgezogen war, nahm er schon bald den Klassiker „After Midnight“ auf.

 

Clapton hingegen hatte sich in erfolgreichen Bands wie den Yardbirds, Cream und Blind Faith bereits einen Namen als Gitarrist gemacht, als er 1970 sein gleichnamiges Solodebüt vorlegte. Delaney Bramlett, ein gemeinsamer Freund von Cale und Clapton, hatte Eric zuvor den Song „After Midnight“ vorgespielt: Clapton nahm daraufhin eine Coverversion des Songs auf, die schließlich als erste Singleauskopplung seines Debüts erscheinen sollte – und auf Anhieb die Charts dominierte. In den Interviews, die Clapton nach dem Erscheinen des Solodebüts gab, geizte er nie mit Lob für Cales Werk, und auch Cale hatte von der Coverversion erfahren, scherte sich jedoch nicht weiter darum, bis er die Clapton-Version schließlich selbst im Radio hörte...

Ein paar Jahre später, im April 1976, trat J.J. Cale anlässlich der Veröffentlichung seines „Troubadour“-Albums im Londoner Hammersmith Odeon (heute Hammersmith Apollo) auf. Auch Clapton saß im Publikum, und kurze Zeit später überraschte er Cale im Studio mit einem weiteren Coversong: Dieses Mal interpretierte er Cales „Cocaine“ neu, und der auf dem „Slowhand“-Album (1977) veröffentlichte Track entpuppte sich ebenfalls als internationaler Chart-Hit.

Im Jahr 2004 organisierte Clapton schließlich ein dreitägiges Gitarrenmusik-Festival namens „Crossroads“, zu dem er nur die besten Gitarristen der Welt eingeladen hatte. Auch Cale erhielt selbstverständlich eine Einladung, sagte zu, und Clapton begleitete ihn schließlich als Gastmusiker in seiner Band.

Obwohl die Karriere von J.J. Cale insgesamt mehr als vier Jahrzehnte umspannt, hat er in diesem Zeitraum „bloß“ 15 Alben aufgenommen. Vollkommen unabhängig von musikalischen Trends, wird er seit geraumer Zeit von seinen Kollegen verehrt und gilt längst als US-amerikanische Musik-Ikone.  

Auch Claptons Karriere umspannt inzwischen über 50 Jahre; er gewann bis dato 18 Grammy-Awards und ist der einzige Musiker überhaupt, der bereits dreifach in der Rock & Roll Hall of Fame vertreten ist.

Schon gesehen?

Achtung Kontrolle!

Aggressiver Streithahn

In Dresden sind die Bundespolizisten auf Streife, als es plötzlich ganz schnell gehen muss. Zwei Personengruppen sind aneinandergeraten. Die Situatin droht aus dem Ruder zu laufen.

Zum Video

Kommentare

Facebook