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Es geht wieder rund in der schaurigen Welt von Horror-Mama Alma: Der dritte Teil des Schocker-Shooters geizt mit echten Grusel-Momenten, glänzt dafür aber mit tollen Mehrspieler-Optionen.
Kenner der ersten beiden F.E.A.R.-Teile wissen Bescheid: Die Familienverhältnisse bei Alma, Point Man und Paxton Fettel sind schlimmer als bei „Schluss mit Hotel Mama“ und „Die strengsten Eltern der Welt“ zusammen. Da sucht Mutter Alma ihre Sprösslinge schon mal als Poltergeist heim und die Söhne tragen ihre Meinungsverschiedenheiten mit scharfen Waffen aus. Schuld an dem ganzen Debakel ist der skrupellose Rüstungskonzern Armacham, der an ihnen menschenverachtende Experimente zur Züchtung von Supersoldaten durchführte. Damit soll jetzt ein für allemal Schluss sein und so schließen sich die ungleichen Brüder zusammen, um im Armacham-Stützpunkt Fairport endgültig das Licht auszuknipsen.
Kommen Sie auf den Punkt, Mann!
Für Solospieler lässt sich das F.E.A.R.-Finale zunächst an, wie gewohnt: Als Point Man nutzen sie allerlei bleihaltige Argumentationsverstärker und die serientypische Zeitlupenfunktion um ganzen Horden schießwütiger Soldaten den Garaus zu machen. Lediglich die neu hinzugekommene Deckungsfunktion, bei der Point Man auf Knopfdruck hinter Kisten und Mauervorsprüngen Schutz sucht, bereichert das bewährte Spielprinzip. Angesichts der nach wie vor äußerst intelligent agierenden Gegner eine willkommene Neuerung – wenn die Schergen Sie von mehreren Seiten in die Zange nehmen und gleichzeitig versuchen, Sie mit Granaten auszuräuchern, ist jede Möglichkeit recht, für ein paar Sekunden zu verschnaufen und die Lebensenergie regenerieren zu lassen.
Versetzen Sie sich doch mal in die anderen!
Richtig innovativ wird es, wenn Sie einen Abschnitt als Point Man gemeistert haben. Denn dann lässt sich jedes der insgesamt acht jeweils zwischen 30 und 60 Minuten langen Levels auch mit dem gespenstischen Paxton in Angriff nehmen. Der verzichtet komplett auf eigene Wummen und setzt stattdessen lieber auf seine übersinnlichen Kräfte. Während er das Söldnergesindel mit eher schwachen Energiestößen kurzzeitig in Schach hält, schnappt er sich einen der Widersacher mit seinem Haltestrahl und schlüpft für begrenzte Zeit in dessen Haut. So kann er nicht nur schnell seine Position wechseln und den feindlichen Truppen überraschend in den Rücken fallen, sondern auch allerlei unterschiedliche Waffen nutzen: Kapert er einen regulären Soldaten, bedient er sich dessen Schnellfeuergewehren und Granaten, schlüpft er in einen der tumben Mutantenkrieger, sind grobschlächtigere Werkszeuge wie Hieb- und Stichwaffen angesagt. Auf diese Art spielen sich die Stages komplett anders, als zuvor mit Point Man.
Seinen Höhepunkt findet das Actionspektakel dann im ebenfalls erstmals in der Seriengeschichte enthaltenen Koop-Modus. Hier kämpfen sich die ungleichen Brüder gemeinsam durch die komplette Geschichte – entweder an einem TV mittels Splitscreen oder online. Das Zusammenspiel der extrem unterschiedlichen Spielfiguren ergibt völlig neue taktische Möglichkeiten: Während Point Man durch einen Energieschild von Paxton geschützt die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich zieht, beamt sich sein Bruder unbemerkt in einen Nachzügler im Hintergrund und rollt das Feld von hinten auf. Dann aktiviert Point Man seine Zeitlupe und dem Feindpack wird von zwei Seiten ordentlich die Hölle heiß gemacht. Das nennen wir Teamwork der geistreichen Sorte!
Um für einen zusätzlichen Ansporn zu sorgen, sämtliche Möglichkeiten des Spiels auszuschöpfen, haben die Entwickler ein Upgradesystem integriert, das unterschiedlichste Aktionen belohnt: Wer etwa viele Abschüsse im Körper eines Feindes erzielt, besonders lange in Deckung bleibt oder häufig Nahkampfangriffe einsetzt, kassiert dafür Erfahrungspunkte, die nach und nach die Fähigkeiten der Helden und ihrer Waffen verbessern. Dumm nur, dass unter den ständig aufploppenden Erfolgsmeldungen die Atmosphäre etwas leidet. Überhaupt – sonderlich viel ist vom Gruselfaktor der Vorgänger nicht übrig geblieben. Dafür ist Teil drei zu sehr auf Bombastaction getrimmt und die Schockelemente wie vorbeihuschende Schatten oder Wechsel in eine blutige Paralleldimension sind zu ausgelutscht.
F.E.A.R. zu viert
Wer auf Gänsehaut verzichten kann, bekommt dafür jetzt eine ganze Packung an interessanten Mehrspieleroptionen serviert. Neben dem bereits erwähnten Koop-Modus trumpft F.3.A.R. mit vier recht kreativen Spielvarianten für bis zu vier Online-Zocker auf. So geht es darum, wer als Paxton-ähnlicher Übermensch am meisten Seelen von computergesteuerten Gegnern sammeln kann oder als Team gegen immer stärkere Gegnerwellen so lange wie möglich zu bestehen. Im ungewöhnlichsten Spielmodus gilt es, sich so schnell wie möglich durch ein völlig feindverseuchtes Gebiet zu kämpfen, während eine tödliche Nebelwand unaufhaltsam näher rückt. Wenn nur ein Spieler von ihr verschluckt wird, heißt es Game Over. Adrenalin pur ist garantiert!
Fazit:
Fans von aufgestelltem Nackenhaar kommen bei F.3.A.R. leider nicht mehr wirklich auf ihre Kosten. Denn fürchten wird sich hier kaum noch jemand. Dafür wurde der zweite Hauptaspekt der Serie nicht nur aufgegriffen, sondern äußerst gelungen weiter geführt: Die spannenden Kämpfe gegen clever agierende Computergegener machen dank Deckungssystem, Fettel-Feature und vor allem dem sehr gelungenen Koop-Modus mehr Spaß denn je! Optisch setzt die übersinnliche Ego-Action zwar keine neuen Maßstäbe, kann sich mit einigen äußerst atmosphärischen Abschnitten und coolen Effekten aber absolut sehen lassen – selbst in der deutschen Version, die erwartungsgemäß ohne Blut und abgetrennte Gliedmaßen auskommen muss.