DVD-Kritik
Transsexualität, militanter Feminismus und sogar die Entweihung von Hollywood-Ikonen wie Shirley Temple und Gary Cooper: Die Verfilmung von Gore Vidals Skandal-Bestseller bot dem konservativen US-Kinopublikum eine Menge Zündstoff. In die Filmgeschichte eingegangen ist "Myra Breckinridge" aber vor allem als eine der größten Katastrophen, die die Traumfabrik je gesehen hat: Ein unerfahrener Regisseur, ein wirres Drehbuch und ein Zickenkrieg zwischen den weiblichen Stars Raquel Welch und Mae West - die hier ein spätes Comeback versuchte - machten die Dreharbeiten für alle Beteiligten zum Horrortrip. Nichtsdestotrotz genießt der Film heute vor allem beim schwul-lesbischen Publikum Kultstatus.
Auf der DVD liegt er in einer "Director's Cut" Fassung und in technisch sehr gutem Zustand vor. Schade, dass die beiden (nicht untertitelten) Audiokommentare zu den chaotischen Dreharbeiten mehr andeuten als verraten – offenbar haben sowohl Regisseur Michael Sarne als auch Raquel Welch mit diesen schwierigen Kapiteln ihrer Karrieren abgeschlossen. Etwas mehr verrät die 20-minütige Making Of Featurette. Eine Fotogalerie und einige nur unwesentlich veränderte alternative Szenen gibt's auch noch, insgesamt ein ordentliches, wenn auch nicht umwerfendes Paket an Extras.
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