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Home > Doku + Reportage > Auswanderer Coach > Günter Lukas > Interview

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Interview mit Günter Lukas

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Früher waren Sie Unternehmer und Unternehmensberater. Wie hilft Ihnen das in Ihrer neuen Rolle als Auswanderer-Coach?

Stimmt, ich bin ehemaliger Unternehmer im verdienten Privatleben. Eine meiner beruflichen Tätigkeiten war Unternehmensberater, ich war auch als Persönlichkeitstrainer und Management-Coach, vor allem aber als Führungskraft in der Wirtschaft tätig. In allen Tätigkeiten habe ich Menschen in ihrem Fortkommen geholfen, wenngleich weniger geografisch als jetzt. Menschen zu helfen, Ihre Träume zur realisieren, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht realistisch erscheinen, ist für mich eine sehr spannende Aufgabe. Meine eigene Auslandserfahrung – ich lebe in Portugal, habe ein Jahr in Japan, drei Jahre in Frankreich gelebt, und meine Lebenserfahrung helfen mir dabei.

© kabel eins

Zu welchem Teil sind Sie in der Sendung reiner Coach, und wie viel auch Lebensberater/ Psychologe?

Es braucht keine besonderen psychologischen Kenntnisse, um den Zusammenhang zwischen dem Auswanderungswunsch und den inneren menschlichen Ursachen zu finden. Der Auswanderungswillige will einen Traum umsetzen, und das hat mit seinem bisherigen Leben zu tun, an dem der Auswanderwillige etwas ändern will: Raus aus dem Alltagstrott, vielleicht aus der Arbeitslosigkeit, hin zu einer leichteren Lebensweise mit weniger Bestimmungen und Gesetzen oder einfach auch nur in ein Land mit mehr Sonnenschein. Viele Menschen hoffen, durch das Auswandern vor ihren Problemen in Deutschland weglaufen zu können. Mit dieser Gefahr muss ich die Auswanderer natürlich konfrontieren und kritisch hinterfragen, warum sie glauben dass in einem anderen Land alles besser wird. Manchmal ist die neue Umgebung aber tatsächlich eine Hilfe, um sich mit seinen Problemen zu beschäftigen und sich selbst und sein Handeln besser verstehen zu lernen.




Der häufigste Fehler ist mangelnde Vorbereitung

Verraten Sie uns den häufigsten Fehler, den Auswanderer machen?

Der häufigste Fehler ist mangelnde Vorbereitung. Viele Menschen wollen in ein Land, in dem sie noch nie zuvor waren. Das kennen sie von Erzählungen, von Bildbänden oder von Filmen. Wer so auswandert, geht ein sehr großes Risiko ein. Davon halte ich nichts! Aber darum gibt es ja den Auswanderer-Coach. Ich schaue mir die Träume der Menschen an und versuche, sie mit der Realität in Einklang zu bringen. Stimmen die Klischees vom Traumland? Haben die Auswanderer genug Startkapital für den Umzug? Wovon werden sie in der neuen Heimat leben? All das sind Fragen, die schon hier in Deutschland geklärt sein müssen. Und für viele Fragen muss man einfach vor dem Auswandern mal ins Ausland gereist sein, um sie beantworten zu können.

Wo liegt Ihrer Meinung nach die größte Hürde beim Auswandern? Visa, Sprachkenntnisse, finanzielles Polster etc.?

Für die meisten Auswanderer ist das größte Problem im Ausland auch das größte Problem in Deutschland: Geld! Wer sich irgendwo anders eine neue Existenz aufbauen möchte, braucht Startkapital und eine Qualifikation, die im Traumland gefragt ist. Einreisebestimmungen sind formale Probleme, die kann man lösen; eine Sprache kann ich lernen. Aber wenn mir nach drei Monaten im Ausland das Geld ausgeht, habe ich schlechte Karten. Wer im Ausland wegen finanzieller Schwierigkeiten fällt, fällt tief!

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